Startseite  - Kontakt  - Impressum
 
 
 
Wörterbuch
 

kleines christliches Wörterbuch

einige Worte und Begriffe, die wir im Gottesdienst oder um ihn herum zu hören bekommen (zusammengesucht bei Tante Wiki und Onkel Google) => s. auch download

Begriff

Bedeutung

Abendmahl

Seit den Anfängen des Christentums wird das (heilige) Abendmahl gefeiert. Es erinnert an Jesu letztes Mahl mit seinen Jüngern, bei dem Brot gegessen und Wein getrunken wurde. Zur Bezeichnung dieser Feier sind auch noch andere Begriffe gebräuchlich: Eucharistie, heilige Kommunion und Messopfer wird sie in der katholischen Kirche genannt. In ökumenischen Dialoggesprächen zwischen den Kirchen hat sich der Begriff „Herrenmahl“ durchgesetzt, um zum Ausdruck zu bringen, dass Jesus (der Herr) es eingesetzt hat.

Ablass

Ablass zu gewähren war ein jahrhunderte alter Brauch. Er legte den Menschen, die ihre Sünde bereut und gebeichtet hatten, bestimmte Pflichten auf. Das Register der Bußstrafen war umfassend und hart. So konnten jahrelanges Fasten bei Wasser und Brot gefordert werden, aber auch Wallfahrten - und eben Geldspenden. Der Volks­­­­mund reimte: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt.“ Mit dem Ablassverkauf war zudem dem wachs­enden Geldbedarf des Papstes eine gute Einnahmequelle entstanden. Martin Luther begehrte dagegen auf.

Absolution

Die Absolution (lat.: lossprechen, Ablösung) wird einem Menschen erteilt, wenn er in der Beichte (beim Abendmahl) seine Sünden vor Gott bekennt, sie damit los wird bzw. Vergebung zugesprochen bekommt.

Advent

Advent (lat. adventus ‚Ankunft‘), eigentlich Adventus Domini (lat. „Ankunft des Herrn“) bezeichnet die Zeit, in der die Christenheit sich auf das Hochfest der Geburt von Jesus von Nazaret, Weihnachten, vorbereitet. Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt auch das neue Kirchenjahr. Die Adventszeit war ursprünglich eine Fastenzeit. Der Brauch, die Adventszeit als Fastenzeit zu verleben, geht bis ins 4. Jahrhundert zurück und ist auch in der christlichen Liturgie verankert. In den westlichen Kirchen beginnt die Fastenzeit unmittelbar nach dem Totensonntag bzw. dem Christkönigsfest, und läutet zugleich den Beginn des neuen Kirchenjahres ein. Andere Traditionen zufolge beginnt die Fastenzeit nach dem 11. November und dauert insgesamt 40 Tage. Hierher rührt auch der Brauch, am Martinsfest eine Martinsgans zu essen, als letztes großes Mahl vor der Fastenzeit. Von der katholischen Kirche ist diese Fastenzeit seit 1917 nicht mehr vorgeschrieben und ist seitdem zusehends in Vergessenheit geraten.

Agape

Agape (griechisch) ist ein neutestamentliches und christliches Wort für die göttliche Liebe. Es bezeichnet aber auch eine schlichte gemeinschaftliche Mahlfeier im Anschluss an die Feier vom letzten Abend­mahl am Grün-donnerstag.

Agende

Eine Agende (lat.: was zu tun ist) enthält alle liturgischen Texte, die für einen Gottesdienst benötigt werden, sowie entsprechende Angaben, wie damit zu verfahren ist. Sie legt die Struktur eines Gottesdienstes fest.

Agnus dei

lat.: „Lamm Gottes“. Bezeichnung Christi durch den Täufer Johannes (Joh. 1, 29). Durch Papst Sergius I. als Bittgebet vor der Kommunion eingeführt. In der evangelischen Abendmahlsliturgie wird in der deutschen Übersetzung gesungen: „Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd(e) der Welt, erbarm(e) dich unser!“

Albe

Die Albe (von lateinisch alba: die weiße) ist ein aus der antiken Tunika hervorgegangenes, knöchellanges Gewand aus weißem oder heute auch naturfarbenem Leinen. Mit Bezug auf die Alte Kirche und ihre Tradition symbolisiert die Albe das Taufgewand.

Alpha und Omega

Der erste und der letzte Buchstabe des klassischen (ionischen) griechischen Alphabets. Alpha und Omega (Α und Ω) stellen nach alter Vorstellung die Schlüssel des Universums dar. Sie sind ein Symbol für das Umfassende, die Totalität, für Gott und insbesondere für Christus als den Ersten und Letzten. Alpha und Omega tauchen häufig als Begleitmotiv zum Christusmonogramm bzw. auf der Osterkerze auf.

Altar

Das Wort leitet sich aus dem lateinischen „altare“ ab und beschreibt seine ursprüngliche Funktion: Es ist der Ort, an dem (Brand-)Opfer dargebracht wurden. In der christlichen Kirche ist dies nicht mehr nötig, da durch den Tod Jesu andere Opfer überflüssig sind. Der Altar ist der „Tisch des Herrn“ (1. Korinther 10,21). Brot und Wein stehen als Zeichen des Leibes und des Blutes des geopferten Christus auf dem „Opfertisch“ und werden beim Abendmahl verteilt.

Amen

hebräisch: „so sei es, gewiss, wahrlich, es geschehe also“. Gebetsschluss und Zustimmungsformel, in der die Gemeinde das Gebet (des Pfarrers) für sich anerkennt.

Antependium

Pl.: Antependien. Das Wort kommt von lat. ante „vor“ und pendere „hängen“ und meint damit die Vorhänge an der Kanzel. Die Bedeutung der Farben:

Weiß ist die Farbe des Lichtes, der Reinheit, Glanz, Freude und der Wahrheit. Sie versinnbildlicht Christus als das „Licht der Welt“. Das weiße Antependium findet an den so genannten „Herrenfesten“ bzw. „Christusfesten“, also an Weihnachten, Epiphanias (6. Januar), Gründonnerstag, Ostern und Trinitatis (erste Sonntag nach Pfingsten) Verwendung.

Die Farbe rot stellt das Feuer des Heiligen Geistes dar, der die Kirche bewegt, sie erinnert an das Blut der Glaubenszeugen und ist die Farbe der Liebe. Das rote Antependium wird an allen Sonn- und Festtagen aufgelegt, die die Kirche betreffen, also an Pfingsten, Reformationstag, (Kirchweihe), Konfirmation usw.

Violett als Mischfarbe von Blau (des Himmels) und Rot (Farbe des Heiligen Geistes, des Feuers und des Blutes) verbindet das Irdische und Kreatürliche (rot des Blutes) mit dem Himmlischen und Geistigen (blau). Sie ist die Farbe der Buße und Umkehr und wird in der Passions- und Adventszeit sowie an anderen Bußtagen (Buß- und Bettag) aufgelegt. In manchen Kirchengemeinden auch am Karfreitag.

Das schwarze Antependium wird als Trauerbehang nur an Karfreitag und am Totensonntag (Ewigkeitssonntag) aufgehängt. Wie schon violett ist schwarz die Farbe der Finsternis und des Todes –  das Symbol der Trauer und der Buße. Die schwarzen Antependien finden nur noch in wenigen Kirchengemeinden Verwendung.

Grün ist die Farbe der Erde und der Fruchtbarkeit. Das grüne Antependium hängt in der übrigen Zeit des Kirchenjahres, an denen keine andere liturgische Farbe vorgesehen ist. Also ganz besonders in der „ungeprägten“ Zeit ohne besondere Feste zwischen Trinitatis und der Adventszeit.

In manchen Kirchengemeinden sind auf den Antependien alle Farben zu­gleich zu finden – natürlich in unterschiedlicher Menge.  Das hat einen Grund: Nicht allein das Nacheinander der frohen und nachdenklich stimmenden Kirchenjahreszeiten, nicht allein die Chronologie bestimmt das Leben einer Gemeinde, sondern das Ineinander der Situationen: Täglich ist sie der Freude und dem Leid ausgesetzt, dem Wachsen und dem Eingehen, dem Feiern und dem Fasten.

Apokalypse

Apokalypse (griechisch: „Enthüllung“, wörtlich: „Entschleierung“, im Christentum übersetzt als „Offenbarung“ ist eine thematisch bestimmte Gattung der religiösen Literatur, die „Gottesgericht“, „Weltuntergang“, „Zeitenwende“ und die „Enthüllung göttlichen Wissens“ in den Mittelpunkt stellt. In prophetisch-visionärer Sprache berichtet eine Apokalypse vom katastrophalen „Ende der Geschichte“ und vom Kommen und Sein des „Reich Gottes“.

Apokryphen

(griech. „verborgen“) ist die Bezeichnung für jüdische und christliche Schriften, die nicht in das Alte bzw. Neue Testament aufgenommen wurden.

Apostel

Ein Apostel (griech.: Gesandter, Bote) ist ein Bevollmächtigter, der seinen Auftraggeber vertritt, um etwa eine Nachricht zu übermitteln. Die Jünger Jesu (Matthäus 10,1-5) und andere Männer und Frauen, die die Gute Nachricht wie Briefboten zu den Menschen getragen haben, werden so genannt.

Askese

Die Askese gehört von Anfang an zur christlichen Lehre und Überlieferung. Dabei geht es um ein Streben nach Vollkommenheit im Sinne der christlichen Tugendlehre. Eine asketische Schulung beinhaltet Disziplinierung sowohl hinsichtlich des Denkens und Wollens als auch hinsichtlich des Verhaltens. Dazu gehört einerseits „positiv“ das beharrliche Einüben der angestrebten Tugenden oder Fähigkeiten, andererseits „negativ“ das Ver-meiden von allem, was nach der Über­zeugung des Asketen der Erreichung seines Ziels im Wege steht.

Atheismus

(verneinendes A(lpha) plus griech. theos = Gott: Leugnung der Existenz Gottes

Beffchen

Das Beffchen (auch Bäffchen, von lateinisch biffa „die Halsbinde“) ist ein seit dem 17. Jahrhundert am Halsausschnitt getragenes 10–15 cm langes rechteckiges weißes Leinenstück.

Beichte

Das Bekennen von Sünde wird als Beichte bezeichnet. Dies kann durch einen Einzelnen oder in der Gruppe geschehen. Lange Zeit hatte die Beichte in der evangelischen Kirche keinen hohen Stellenwert. Auf Martin Luther kann man sich dabei aber nicht berufen: Luther lehnt im Blick auf die Beichte jeden Zwang ab. Ein Christ soll wie zu Gottesdienst und Abendmahl freiwillig kommen. Das Bekenntnis der Sünde ist nicht die Hauptsache, sondern der Zuspruch der Vergebung. Unter dieser Voraussetzung verliert das Sündenbekenntnis seinen demütigenden Charakter. Und nur von ihr her kann ein Neuanfang gewagt werden und kann somit auch gelingen.

Bekehrung

Wer sich bekehrt, ändert radikal seine (hier: religiöse) Überzeugung. In der Bibel ist der wohl spektakulärste Akt der Bekehrung die schon sprichwörtliche Wandlung vom Saulus zum Paulus. In Apostelgeschichte 9,1-22 wird an-schaulich geschildert, wie Saulus, der als Jude zunächst Christen verfolgte, durch ein Bekehrungserlebnis zum über­zeugten Anhänger Jesu und Weg-bereiter des Christentums wurde.

Bergpredigt

Die Bergpredigt (Matthäus 5-7, bzw. „Feldrede“ Lukas 6,20-49) bildet eine Sammlung von zentralen Worten Jesu. Sie enthält u. a. die Seligpreisungen, das Vaterunser, das Gebot der Feindesliebe sowie die „Goldene Regel“ („Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!“, Mt 7,12). Jesus hielt diese Rede am Ufer des Sees Genezareth auf einem Hügel. Von einem Berg zu sprechen, hat mehr symbolischen Charakter. Dabei wird eine Parallele zur Übergabe der Gesetzestafeln mit den Zehn Geboten am Berg Sinai an Mose gezogen.

Bibel

Der Begriff „Bibel“ stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet „die Bücher“ (biblia). Denn die Bibel ist im Grunde nicht ein Buch, sondern eine Bibliothek von insgesamt 66 Büchern - 39 alttestamentliche (nicht einbezogen sind die so genannten Apokryphen, die die Luther-Bibel - anders als die katholische Einheitsübersetzung - nicht zum Kernbestand des Alten Testamentes zählt) sowie 27 neutestamentliche Schriften. Die Bibel umgreift einen Entstehungszeitraum von rund 1.000 Jahren. Die ältesten Texte stammen aus dem 8./9. Jahrhundert v. Chr., die jüngsten aus der Zeit um das Jahr 100 n. Chr. Sie verkörpern eine Vielzahl literarischer Gattungen: Neben Geschichtsbüchern finden sich u. a. Gesetzestexte, romanhafte Er­zählungen, Lieder, Gedichte, Gebete, Predigten, biografisch anmutende Texte und Briefe.

Brauchtum

Das christliche Brauchtum wurzelt historisch gesehen in der Übernahme und Abwandlung jüdischer Bräuche und – nach Überschreitung der Landesgrenzen Palästinas – religiöser Traditionen, Ideen und Praktiken der Antike. War die christliche Kirche in den ersten Jahrhunderten noch zurückhaltend in der Übernahme heidnischer Bräuche, kam es zunehmend zu einer Verchristlichung vorchristlicher Formen. Grundbräuche sind heute z.B. Gebet, Kreuzzeichen, Fastenzeit, Kerzen, Ostereier, …

Buß- und Bettag

Der Feiertag findet jeweils am Mittwoch vor dem Toten- und Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr statt.  Seit 1934 war der Gedenktag in Deutschland ein einheitlicher gesetzlicher Feiertag. Als solcher wurde er jedoch 1995 der Pflegeversicherung geopfert.

Christus

(griech.) der Gesalbte. Würde- und Ehrentitel für Jesus von Nazareth: „Jesus der Christus“ oder „Jesus Christus“, der den von Gott Auferweckten als den im Alten Testament angesagten endgültigen Messias und Heilsbringer kennzeichnet.

Christusmonogramm

 

Die ineinanderstehenden Buchstaben X und P sind das wohl am häufigsten gebrauchte Christussymbol. Schon die ersten Christen zeigten mit den ersten beiden Buchstaben des Wortes „CHRristus“ (der Gesalbte) ihren Glauben an Jesus Christus. Zudem benutzten sie die Buchstaben als geheimes Erkenn­ungszeichen, besonders während der Zeit der Ver­folgung. Das griechische „CH“ ist ein Buchstabe und sieht aus wie unser lateinisches X. Der griechische Buchstabe „R“ sieht aus wie das lateinische P. Die lateinischen Buchstaben PX liest man als PaX, was Friede bedeutet. Es wurde im späten Mittelalter vom Trigramm (≙ „drei Buchstaben“) IHS abgelöst.

Credo

lat.: „Ich glaube“. Beginn des apostolischen Glaubensbekenntnisses

Dekalog

Das sind die zehn Gebote (nach Martin Luthers Kleinem Katechismus). Bei der Zählung der Gebote gibt es im Judentum und in den christlichen Kirchen unterschiedliche Traditionen. Die hier wiedergegebene Fassung folgt der lutherischen und römisch-katholischen Tradition. Eine andere Zählung ergibt sich dort, wo das Bilderverbot - „Du sollst dir kein Bildnis machen“ - als zweites Gebot aufgeführt wird, so in der anglikanischen, reformierten und orthodoxen Tradition. Dort werden dann „neuntes“ und „zehntes“ Gebot als ein Gebot verstanden.

  • Das erste Gebot: Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
  • Das zweite Gebot: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.
  • Das dritte Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen.
  • Das vierte Gebot: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
  • Das fünfte Gebot: Du sollst nicht töten.
  • Das sechste Gebot: Du sollst nicht ehebrechen.
  • Das siebte Gebot: Du sollst nicht stehlen.
  • Das achte Gebot: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
  • Das neunte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
  • Das zehnte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.

Diakonie

Die Geschichte der organisierten Diakonie begann 1848, als der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern beim Wittenberger Kirchentag das Programm der Inneren Mission gegen geistliche und materielle Armut sowie soziale Not entwarf und der „Central-Aus­schuss für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche“ gebildet wurde. Nach diesem Vorbild entstanden in Städten und Kirchenbezirken lokale und regionale Verbände der Inneren Mission mit rechtlich selbstständigen Heimen, Anstalten und Einrichtungen der volksmissionarischen Arbeit, die u. a. sozial-päda­go­gische und pflegerische Verantwortung für Hilfsbedürftige wahrnahmen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland gegründet. Das Gegenstück zum Diakonischen Werk ist auf römisch-katholischer Seite die Caritas (von lat. carus = lieb, teuer).

Diaspora

Unter Diaspora (griech.: Zerstreuung) sind Gebiete zu verstehen, in denen die Angehörigen einer Kirche in der Minderheit leben. Ursprünglich wurden damit die außerhalb Palästinas lebenden Juden bezeichnet.

Dogma

Im kirchlichen Sprachgebrauch wird als Dogma (griech.: Meinung, Verordnung, Lehrsatz) eine konfessionell verbindliche Glaubensaussage bezeichnet. In der römisch-katho­lischen Kirche ist z.B. die Unfehlbarkeit des Papstes eines der wichtigsten, aber ökumenisch umstrittenen Dogmen.

Engel

Die Bibel ist voller Geschichten, in denen Menschen Besuch bekommen von Fremden, die erst im Nachhinein als Boten (so lautet der Begriff im Griechischen und Hebräischen) Gottes erkannt wurden; siehe auch Erzengel

Epiphanie

In den antiken Religionen wird mit Epiphanie (griech.) die Erscheinung eines Gottes bezeichnet. Im Christentum wird dem Erscheinen Gottes in Jesus Christus gedacht.

Epistel

lat.: „Brief“, griech.: „Sendung“. Im NT die Apostelbriefe. In der Liturgie die Lesung aus dem Briefteil des NT

Erbarmen

Die Barmherzigkeit (Lehnübersetzung von lateinisch misericordia) ist eine Eigenschaft des menschlichen Charakters. Eine barmherzige Person öffnet ihr Herz fremder Not. (vgl. Samariter, barmherziger)

Erbsünde

Der Kirchenlehrer Augustinus (354-430) hat die Lehre von der Erbsünde entwickelt. Sie geht davon aus, dass durch die Sünde der ersten Menschen - Adam und Eva -, die vom Baum der Erkenntnis aßen und aus dem Paradies vertrieben wurden, kein Mensch ohne Sünde geboren wird, diesen Zustand gleichsam geerbt haben. Psalm 51,7 und Römer 5,12 werden als Belege für die Lehre von der Erbsünde angeführt. Aus evangelischer Sicht ist es dem Menschen praktisch unmöglich, ohne Sünde zu leben. Martin Luther sieht den Menschen in doppelter Weise bestimmt: Der Mensch ist aus der Perspektive Gottes gerecht, aus menschlicher Sicht Sünder.

Erzengel

Als Erzengel (aus dem Griechischen archē (‚Anfang, Führung‘, in der abgeleiteten Bedeutung ‚Ober-‘) und ángelos (‚Bote‘)) wird im Judentum, Christentum und im Islam ein Engel bezeichnet, der in der Engelhierarchie und für den Glauben eine herausragende Rolle spielt. Nur Michael wird in der Bibel als Erzengel genannt, und nur zwei Engel werden in der Bibel überhaupt mit Namen benannt. Der eine ist der Erzengel Michael (Daniel 10:13, 12:1; Judas 9; Offenbarung 12:7, 8), der andere Engel ist Gabriel (Daniel 8:16, 9:21; Lukas 1:11-20, 26-28). In Spätschriften findet zudem noch Raphael (Tobit 5:4-12:22) Erwähnung; jedoch werden auch andere Engel in der Glaubenstradition (Lehre der römisch katholischen Kirche) als Teil einer Gruppe von Erzengeln verstanden.

Michael: Er gilt als der mächtigste Erzengel, dessen Name „Wer ist wie Gott“ bedeutet (abgeleitet aus dem hebräischen ‚Mikhael’). Er ist der Fürst des Lichts und verbindet den Menschen mit seinem göttlichen Ursprung. Nach christlicher Überlieferung war es Michael, der Daniel aus der Löwengrube errettete und  der Engel im brennenden Busch mit dem Moses kommunizierte.

Gabriel: Sein Name bedeutet „die Macht Gottes“ oder auch „die Kraft Gottes“. Er ist der Engel der Verkündigung. So verkündete er Maria, dass sie den Sohn Gottes gebären werde und Zacharias, dass seine Frau Elisabeth Mutter von Johannes dem Täufer werde. Somit ist er auch der Engel der Geburt und der Hoffnung.

Raphael: Sein Name bedeutet „Gott heilt“ oder „Heiler Gottes“ und somit ist er der Engel des Heilens, aber auch der Wissenschaft und des Wissens. Auf vielen Bildern ist er mit einer mit heilendem Balsam gefüllten Phiole dargestellt. Er begleitet den Menschen in schwierigen Zeiten und schützt Reisende und kranke Menschen.

Uriel: Sein Name bedeutet „Feuer Gottes“ oder „Gott ist mein Licht“ und kommt aus dem Hebräischen. Er ist der Engel der Prophezeiung und Offenbarung. Uriel ist dem Element Erde zugeordnet und gilt als der Engel, der den Menschen göttliche Geheimnisse offenbart.

Eschatologie

(griech. eschaton = das Letzte, Endgültige), Eschatologie wird im Griechischen die Lehre von den letzten Dingen, vom Ende bzw. von der Vollendung und dem letzten Ziel der Welt genannt.

Essener

Der über Jahrzehnte weithin bestehende Konsens, in den Bewohnern von Qumran Essener zu sehen und die in den Höhlen gefundenen Schriften als Dokumente essenischer Theologie zu betrachten, ist in letzter Zeit sowohl aus archäologischen als auch aus inhaltlich-theologischen Gründen von einer Reihe von Wissenschaftlern in Frage gestellt worden. Die kritischen Anfragen zwingen zu einer differenzierteren Sicht, doch wird man grundsätzlich daran festhalten können, dass die Bewohner von Qumran eine Gruppe innerhalb der essenischen Bewegung waren.

Der Name „Essener“ ist nach der wahrscheinlichsten Etymologie vom aramäischen abzuleiten, das „rein, heilig“ bedeutet. Nach der in Qumran gefundenen Gemeinderegel bezeichnete sich die dortige Gruppe selbst als „Einung“.

Das Ziel der Essener war ein Leben gemäß der Weisung (Tora) Gottes. Im Unterschied zu den Pharisäern legten sie die Tora aber äußerst rigoros aus. Die für die Priester am Tempel geltenden Regeln wurden z.T. sogar noch verschärft, um die Heiligkeit der Endzeitgemeinde (das wahre Israel), die als einzige gerettet werden wird, zu erhalten. Die rigorose Auslegung der Reinheitsgebote führte auch dazu, dass Frauen bei den Essenern eine ganz untergeordnete Rolle spielten. Zumindest ein Teil der essenischen Bewegung scheint sie ganz aus ihren Reihen verbannt zu haben. Da Frauen potentiell als kultisch unrein galten, wurden sie nach Darstellung der Qumrantexte zumindest von den gemeinsamen Mahlfeiern ausgeschlossen. Diese Mahlfeiern verstanden die Essener als Vorwegnahme des großen Freuden-mahles am Ende der Zeit.

Die mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Essener selbst zurückgehenden Schriften sind häufig von einem scharfen Dualismus geprägt. So fordert die Gemeinderegel die „Söhne des Lichts“ auf, die „Söhne der Finsternis“ zu hassen. Für die unmittelbar bevorstehende Endzeit rechnen die Essener mit einem Kampf zwischen beiden. Die Essener waren streng hierarchisch organisiert. An ihrer Spitze stand laut Gemeinderegel ein Leitungsgremium aus 12 Laien und drei Priestern. Oberstes Entscheidungsgremium scheint aber die „Ratsversammlung der Vielen“ gewesen zu sein. Die Aufnahme in die Gemeinschaft war durch eine mehrjährige Prozedur geregelt. Die Mitglieder brachten dabei ihren Besitz in die Gemeinschaft ein. Vermutlich wurde das als Rückgabe des Eigentums an Gott verstanden.

Eucharistie

Die Eucharistie („Danksagung“; griech. eucharisteo ‚Dank sagen‘), auch Abendmahl oder Herrenmahl, heilige Kommunion, Altarssakrament, Allerheiligstes Sakrament, in einigen Freikirchen Brotbrechen, in den Ostkirchen heilige oder göttliche Liturgie genannt, ist ein christliches Sakrament. Die liturgische Feier der Eucharistie wird je nach Konfession als eine Wiederholung des letzten Mahles Jesu mit seinen Jüngern vor seiner Verhaftung und Kreuzigung verstanden, als unblutige Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers oder als eine Feier zur Erinnerung an dieses Mahl. Bei der Eucharistie wird das Sterben und die Auferstehung Jesu Christi als Heilsereignis verkündigt und vergegenwärtigt. Jesus Christus ist dabei in der von ihm gegebenen Gemeinschaft, in seinem Wort, im Glauben an ihn oder in den Gaben von Brot und Wein gegenwärtig. Die Art und Weise dieser Gegenwart ist unter den christlichen Konfessionen umstritten.

evangelisch

Der Ausdruck evangelisch ist vor allem ein Synonym für protestantisch und bezeichnet die Zugehörigkeit zu einer aus der Reformation hervorgegangenen Religionsgemeinschaft. In diesem Sinne spricht man von evangelischen Kirchen, evangelischer Christ usw. Die Kirchen der Reformation wählten den Ausdruck evangelisch ab 1653 als Beschreibung, um klarzustellen, dass sie gemäß dem Sola-Scriptura-Prinzip ausschließlich die Bibel als Quelle akzeptieren.

Evangelium

griech.: „frohe Botschaft“ oder „gute Nachricht“; sowie: „Freut euch, wir haben gesiegt“. Gemeint sein kann:

a) die Predigten Jesu vom Reich Gottes

b) die Zusammenfassung der Worte und Taten Jesu durch die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes

c) die liturgische Vorlesung eines Schriftabschnittes aus den Evangelien in den Gottesdiensten

Ewigkeitssonntag

(Totensonntag)

Die evangelische Kirche begeht ihren Totengedenktag am letzten Sonntag vor dem 1. Advent, dem Toten- bzw. Ewigkeitssonntag. Dieser wurde von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen 1816 eingeführt. Er soll Menschen, die einen Angehörigen oder Freund verloren haben, zum Aushalten der Trauer ermutigen und trösten.

Fasten

Fasten ist der gänzliche oder teilweise Verzicht auf Essen und Trinken. Heute gibt es zahlreiche, alternative Formen des Fastens. In der Bibel ist es Zeichen der Buße und Trauer sowie der inneren Reinigung. Die ersten Christen übernahmen diesen Brauch aus dem Judentum (vgl. Matthäus 4,2; 6,16; Lukas 18,12; Apostelgeschichte 132; 14,23; 2. Korinther 6,5; 11,27). Hauptfasten-zeiten waren die 40 Tage vor Ostern sowie die Adventszeit. Die Länge der christlichen Fastenzeiten beträgt immer 40 Tage und 40 Nächte und spiegelt somit die Zeitspanne des Fasten Jesu in der Wüste (Matthäus Evangelium 4,2) wider. Die in 40 Einheiten aufgeteilte Zeitspanne ist in der Bibel von besonderer Bedeutung. So wanderten die Israeliten 40 Jahre durch die Wüste und die Kirche feiert 40 Tage nach der Auferstehung Jesu Christi Himmelfahrt.

Fisch

Das Symbol des Fisches ist eines der ältesten Symbole für Jesus Christus und zugleich ge­heimes Erkennungszeichen der ersten Christen. Aus Angst vor Verfolgung zeigten sie mit diesem Zeichen: Wir gehören zu Jesus Christus. Auf Griechisch heißt Fisch „ICHTHYS“. Die einzelnen Buchstaben dieses Wortes können jeweils den Anfang eines neuen Wortes bilden. Zusammen entsteht daraus ein kurzes Glaubensbekenntnis: IESOUS CHRISTOS THEOU YIOS SOTER = Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser. Heute ist das Zeichen ein beliebter Autoaufkleber. Hintergrund des Symbols ist das Wort Jesu an Petrus und Andreas: „Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ (Matthäus 4,19).

Gebet

In allen Religionen ist das Gebet Ausdruck der Hinwendung eines Menschen zu Gott. Beten beschreibt den Vorgang, zu Gott über sich selbst und die Menschen, die einem wichtig sind, zu sprechen. Beten heißt: Mit Gott sprechen und darauf vertrauen, dass ich nicht von dem lebe, was ich habe und leiste, sondern von dem, was noch entstehen kann. Indem einer dies tut, erkennt er Gott als den an, dem er alles Gelingen und Scheitern verdankt. Formen des Gebets sind die Bitte zu Gott, das Dankgebet, die Anbetung (Lobpreis)  aber auch das Klagegebet sowie die Fürbitte, die alles einschließt, was zum menschlichen Dasein gehört.

Gebot

Ein Gebot ist eine Vorschrift, die das Zusammenleben regelt. Aus biblischer Sicht geht es darum, sich gegenseitig mit Rücksicht zu begegnen und sich jeweils Freiraum zur Entfaltung zu gewähren. Jesus formulierte es so: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch.“ (Matthäus 7,12) Er hat zudem das „Doppelgebot der Liebe“ betont, das im Alten Testament wurzelt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Matthäus 19,19; 3.Mose 19,18). Siehe auch: Dekalog, Zehn Gebote

Gelobtes Land

So wird das Land Kanaan bezeichnet, weil es Gott dem Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten „versprochen“ und nach der Wüstenwanderung „gegeben“ hat.

Gemeinde

Die Begegnung von Menschen im Rahmen einer Gemeinde­/Ge­mein­schaft ist in allen Religionen wichtig. In Apostelgeschichte 2,42 heißt es: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ Die Begegnung mit anderen Menschen, gemein-sam zu singen, zu beten, in der Bibel zu lesen, zu feiern ist Ausdruck christlicher Gemeinschaft.

Gerechtigkeit

Gerechtigkeit wird in der Bibel als der höchste Lebenswert angesehen: „Wer Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben.“ (Sprüche 21,21) „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, heißt es im Volksmund ganz zutreffend. Jesus sagte einmal eher beiläufig: „Arme habt ihr allezeit bei euch.“ (Matthäus 11,26)

Gewissen

Jeder Mensch hat ein Gewissen und lebt zwischen Anspruch und Wirklichkeit seines Handelns, zwischen Sein und Sollen. Das Gewissen (lat.: conscientia = Mitwissen) wird in der Bibel als Instanz gesehen, die den Menschen an Gottes Gebote erinnert und ihm so eine Orientierungs- und Entscheidungshilfe ist. Das Gewissen kann zu Entscheidungen kommen, die von der Mehrheit nicht geteilt werden!

Glaube

Martin Luther sagt: „Woran der Mensch sein Herz hängt und worauf er sich verlässt, das ist sein Gott, sein Glaube“. Am Glauben zeigt sich, ob einer richtig oder falsch liegt. Geld und Gut, Wissen und Macht sind für Luther Götzen. Glauben meint im Alten Testament (hebr.: ämunah, griech.: pistis) immer fest und sicher stehen, vertrauen, hoffen.

Gleichnis

Gleichnisse sind Reden Jesu, die beschreiben, was im Reich Gottes gilt und wie sich die Maßstäbe Gottes von denen der Menschen unterscheiden. Die Gleichnisse vom verlorenen Sohn (Lukas 15,11-32) und vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,25-37) sind die Bekanntesten.

Gloria

lat.: „Ehre, Ruhm“. Lobgesang

Gloria in exelsis Deo

lat.: „Ehre sei Gott in der Höhe“. Anfangsworte des Lobgesangs der Engel bei der Geburt Christi (Lk. 2, 14)

Gloria patri

lat.: „Ehre (sei) dem Vater (und dem Sohne und dem Heiligen Geist)“. Trinitarischer Abschluss eines Psalmgebets. Im evangelischen Gottesdienst am Ende des Introitus.

Gnade

Erlösung; Gott schenkt dem Menschen Vergebung (es schwingt immer Gottes tiefe Zuneigung und Wohlwollen mit.) In der christlichen Theologie ist die göttliche Gnade (lat. gratia, griech. charis) ein zentraler Begriff, besonders im Zusammenhang mit der Erlösung.

Gottesdienst

Ein Gottesdienst ist die Zusammenkunft von Menschen mit dem Zweck, mit Gott in Verbindung zu treten, mit ihm Gemeinschaft zu haben oder zu feiern. Er kann in einer eigens vorgesehenen Räumlichkeit (Gottes­haus, Kirche, Synagoge, Moschee, Tempel, etc.) stattfinden, wie auch im häuslichen Bereich oder in freier Natur. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Titel eines Kirchenliedes)

Es „dienen“ uns die Gottesdienste zum Besten, danach „dienen“ wir Gott nach bestem Wissen. Dienen wir Gott oder dient Gott den Men­schen? Das deutsche Wort Gottesdienst entspricht dem lateinischen Begriff cultus (Kultus, „Verehrung“).

Gottesnamen

Außer der Bezeichnung „Gott“, werden in der Bibel noch viele andere Namen für Gott verwendet. Sie hängen ganz eng mit seiner Macht und Herrlichkeit und seiner Rettungstat an Israel zusammen:

  • der Herr (Adonai)
  • Gott der Väter
  • Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs
  • der Höchste
  • Herr aller Herren
  • der Allmächtige
  • der Barmherzige
  • der hebräische Name ZEBAOTH „Herr der Heerscharen“
  • der Name „ELOHIM“ (Gott aller Gottheiten) steht für „Gott“.

Aber vor allem ist es der offenbarte Name Gottes (Mose am Dornbusch): JHWE (Jehova; Jahwe): „Ich werde sein, der ich sein werde.“ (Luther-Übersetzung) - oder „Ich bin für euch da! (interpretierende Übersetzung). In der Bibel steht für diesen Gottesnamen das großgeschriebene HERR.

Gründonnerstag

Das Wort „Grün“ ist von „greinen“ abgeleitet, was soviel wie „weinen“ bedeutet. Früher fand an diesem Tag die Aussöhnung mit den am Aschermittwoch ausgeschlossenen öffentlichen Büßern statt: Es war der Tag der „greinenden“ Büßer! Heute ist es ein Tag geistlicher Freude – mitten in der so ganz anders gearteten Karwoche: Die christlich Kirche feiert an diesem Tag das Gedenken an die Einsetzung des heiligen Abendmahles.

Halleluja(h)

hebräisch: „Lobet den Herrn“, zusammengesetzt aus „halal“, hebräisch für „preisen“ und „Jah“, kurz für „Jahwe. Meist gesungene Lobpreisung in Israel. In Verbindung mit Psalmen wurde es in die christliche Liturgie übernommen.

Heiliger Geist

Das Wort, das im Alten Testament mit „Geist“ übersetzt wird, hat eine zweifache Bedeutung: Es kann mit „Wind“ oder „Lebenskraft“ übersetzt werden. Im deutschen Wort „Atem“ kommen beide Aspekte des Geistes zum Ausdruck: Der Atem ist ein Lufthauch und zugleich das, was der Mensch zum Leben braucht. Im Neuen Testament ist in der Apostelgeschichte (2,1-41) vom Heiligen Geist die Rede. Dort wird berichtet, dass sich die Jünger Jesu am Pfingsttag, 50 Tage nach Ostern in einem Haus versammelten. Dort empfingen sie den Heiligen Geist, der sie in die Lage versetzte, in anderen Spra­chen zu reden.

Hosianna

Hosianna oder Hosanna ist ursprünglich ein Hilferuf (hebr.: „Hilf doch!“; im Lauf der Zeit – auch schon in der jüdischen Liturgie – gab es ein Bedeutungswechsel hin zu einem Heilsruf („Gelobt sei, der da kommt“), den Christen am Palmsonntag singen und der sich in der katholischen, orthodoxen und evangelischen Eucharistiefeier bzw. Abendmahlsliturgie auch im Sanctus findet. Der Ausdruck erscheint in den Evangelien der Bibel im Zusammenhang mit dem Einzug Christi auf dem Esel nach Jerusalem in der Formel „Hos(i)anna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!“ (so Mt 21,9; mit ähnlichen Formulierungen Mk 11,9f; Joh 12,13 sowie Lk 19,28, der aber auf den Ausdruck „Hosianna“ verzichtet).

I.N.R.I.

INRI sind die Anfangsbuchstaben des lateinischen Satzes „Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum“ und meint: „Jesus von Nazaret, König der Juden“. Dieser Satz stand nach Joh 19,19f in drei Sprachen (Hebräisch, Lateinisch, Griechisch) auf einer Tafel, die der römische Statthalter Pontius Pilatus oben am Kreuz Jesu anbringen ließ, um den Rechtsgrund seiner Kreuzigung anzugeben. Nach den übrigen Evangelien (Mk 15,26; Mt 27,37; Lk 23,38) lautete die Tafelinschrift nur „der König der Juden“.

IHS

Das Christusmonogramm IHS leitet sich von den ersten beiden und dem letzten Buchstaben des Griechischen Namens Iota-Eta-Sigma-Omikron-Ypsilon-Sigma oder ΙΗΣΟΥΣ, also JESUS, ab.

Jahwe

„Ich bin der „Ich-bin-da“, Eigenname Gottes (Ich bin der ich bin)

Jesus

hebräisch Jehoschua; Sohn von Maria und Josef, aber auch „Sohn Gottes“. Der Name bedeutet „Hilfe Gottes“.

Judenchristen

Jesus war Jude und seine Botschaft war an das Volk Israel adressiert. Deshalb bestanden die ersten Gemeinden des Christentums aus Judenchristen. Dabei handelt es sich um geborene Juden, die sich zu Christus bekehrt haben und in ihm den Messias für das Volk Israel sehen. Sie werden auch messianische Juden genannt. Zugleich beachten sie die jüdischen Gebote, doch gelten sie innerhalb des Judentums als Abtrünnige. Daneben gab es später die sogenannten Heidenchristen, also Christen, die vorher nicht Juden waren.

Jünger

Als Jünger bezeichnet das Neue Testament jene Menschen, die Jesus nachfolgen (Apg 11,26). Der Begriff übersetzt das griechische Wort mathetai, das wörtlich Lehrlinge oder Schüler heißt (dieser Be­griff wird manchmal anstelle von Jünger verwendet).

Jüngstes Gericht

Für die Bibel steht zweifelsfrei fest: Die Welt geht einem letzten („jüngsten“) Gericht mit Jesus als Weltenrichter (Apostelgeschichte 17,31; 2. Korinther 5,10) entgegen. Das Alte Testament spricht vom „Tag des Herrn“. Er betrifft jeden Menschen ohne Ausnahme: „Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er zu Lebzeiten getan hat, es sei gut oder böse.“ (2. Korinther 5,10) Christen müssen davor aber keine Angst haben. Ihnen gilt die Verheißung Jesu: „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist vom Tod in das Leben hinübergegangen.“ (Johannes 5,24)

Kanon

Kanon („Maßstab, festgesetzte Ordnung“, von lat. canon „Richtschnur“, von griech. kanón, eigentlich „Rohrstab, Stange, Messstab“; verwandt mit lat. und ital. canna „Rohr“) bezeichnet:

  1. Bibelkanon: Ein Bibelkanon ist eine Reihe von Büchern, die im Judentum und im Christentum als Bestandteile ihrer Bibel festgelegt (kanonisiert) wurden und damit Maßstab (Kanon) ihrer Religions-ausübung sind.
  2. Liederkanon: mehrstimmiges Lied, bei dem die einzelnen Stimmen zeitlich versetzt gesungen werden (z.B. Herr, gib uns deinen Frieden)

KantorIn

Der Kantor (vom lat. cantare = singen) ist der Leiter des Kirchenchores und in der Regel auch verantwortlich für musikalische Gestaltung des Gottesdienst und spielt die Orgel.

Kanzel

Das Wort kommt aus dem Lateinischen „cancelli“ und heißt „Predigtstuhl“. Die Kanzel ist in einer evangelischen Kirche an gut sichtbarer Stelle und hat seit der Reformationszeit besondere Bedeutung gewonnen. Von der Kanzel aus wird die sonntägliche Predigt gehalten.

Kaplan

Bezeichnung für einen katholischen Priester, der keine eigene Pfarrei (= Gemeinde) leitet.

Kara

Das altdeutsche Wort kara bedeutet „Wehgeschrei, Klage“. Die ursprüng-lichere Schreibweise chara bedeutet „Trauer“ und benennt damit das Gefühl der Leidtragenden bei einem Todesfall. In der Zusammensetzung mit anderen Worten bezieht sich der Wortteil „Kar-“ auf den Tod Jesu.

Karwoche

Den Namen der Karwochen tragen die sieben Tage vom Palmsonntag bis zum Karsamstag.

Kasualien

Es gibt im Leben der meisten Menschen vier Ereignisse, bei denen sie mit kirchlichen Amtshandlungen in Berührung kommen können: Taufe, Konfirmation, Trauung oder Bestattung.

Katechismus

Ein Katechismus (griech. „Lehrbuch“) bietet die Zusammenfassung der christlichen Lehre und beschreibt, was in der Kirche gilt. Vor diesem Hinter-grund ist Martin Luthers „Kleiner Katechismus“ auch heute noch lesenswert, weil er in einprägsamer Form über Fragen und Antworten die Bedeutung der Zehn Gebote, des Glaubensbekenntnisses und des Vaterunsers mit Auslegungen erschließt. Hinzu kommen Ausführungen zu Taufe, Abendmahl und Beichte. Luther hat auch einen „Großen Katechismus“ verfasst, der sich an Pfarrer und Lehrkräfte richtet. Weite Verbreitung genießt heute in Deutschland der „Evangelische Erwachsenenkatechismus“ der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Er hat nicht belehr-enden Charakter, sondern arbeitet auch unterschiedliche Standpunkte heraus und behandelt ethische Themen. Papst Johannes Paul II. hat 1992 den „Kate-chismus der katholischen Kirche“ veröffentlichen lassen, der als Welt-kate-chismus gedacht ist.

katholisch

Katholisch (griech.: über die ganze Erde verbreitet, universal, allgemein) bringt nach dem Apostolischen wie dem Nicänischen Glaubensbekenntnis das Merkmal der christlichen Kirche zum Ausdruck und bezeichnet im Gegensatz zur evangelischen Kirche die katholische Kirche. Das im lateinischen Urtext stehende Wort „catholicam“ wird in der römisch-katholischen Kirche mit „heilige katholische Kirche“ wiedergegeben. In der evangelischen Kirche ist der Wortlaut aus Luthers „Kleinem Katechismus“ übernommen worden: „heilige christliche Kirche“. Und im Nicaenum heißt es entsprechend: „heilige, allgemeine und apostolische Kirche“.

Kerze

Kerzen sind ein altes Symbol für die sich verzehrende Hingabe Jesu Christi: Kerzen leuchten und wärmen, indem sie verbrennen! Er selbst sagte: „Ich bin das Licht der Welt.“ Kerzen schaffen eine festliche Atmosphäre. In der Regel stehen zwei Kerzen auf dem Altar, vier zeigen ein kleines kirchliches Fest an. Die Osterkerze steht neben dem Altar und leuchtet in der Osterzeit.

Kirche

In der Umgangssprache werden mit Kirche unterschiedliche Dinge bezeichnet: zum einen wird darunter Kirche als Gebäude (griech.: kyriake = dem Herrn gehöriges Haus) verstanden, andererseits aber auch die Gemeinschaft der Gläubigen.

Kirchenjahr

Als Kirchenjahr (lateinisch annus ecclesiasticus oder annus liturgicus; deutsch auch liturgisches Jahr oder Herrenjahr) bezeichnet man im Christentum eine jährlich wiederkehrende festgelegte Abfolge von christlichen Festen und Festzeiten, nach der sich vor allem die Gottesdienstpraxis und Liturgie richten. Das evangelische wie das katholische Kirchenjahr beginnt mit dem ersten Adventssonntag, das orthodoxe Kirchenjahr beginnt am 1. September.

Das Kirchenjahr besteht vor allem aus den zuerst um Ostern, dann auch um Weihnachten herum gebildeten Festkreisen, die in der Christentums-geschichte allmählich zu einem Jahreszyklus vervollständigt wurden. Den Festzeiten sind bestimmte liturgische Farben zugeordnet. (siehe auch: Antependium)

Kirchenkaffee

Bei dieser „Einrichtung“ handelt es sich um die Einladung nach dem Gottesdienst zu einem Gespräch, bei dem Kaffee, Tee oder Saft gereicht wird.

Klingelbeutel

Bereits in den ersten christlichen Gemeinden war es üblich, Geld für andere Gemeinden zu sammeln und Arme zu unterstützen (2. Korinther 8; 9). Im Gottesdienst wird deshalb ein Klingelbeutel herumgereicht, in den die Teilnehmer eine Geld­spende werfen können. Der Klingelbeutel ist anonymer als der – offene – Teller, bei dem der Nachbar sehen kann, was ich gebe. (siehe auch Kollekte)

Kollekte

Kollekte bezeichnet zum einen das Einsammeln von Geldspenden während eines Gottesdienstes mit dem Klingelbeutel, zum anderen in der Liturgie eines Gottesdienstes das Gebet vor der Schriftlesung, um sich innerlich zu sammeln.

Kommunion

Kommunion (lat.: communio = Gemeinschaft) wird in der römisch-katholischen Kirche die Feier des Abendmahls genannt. Durch den Empfang von Brot und Wein haben die Gläubigen Anteil an Leib und Blut Christi (1. Korinther 10,16). Daneben gibt es in der katholischen Kirche die Praxis der Heiligen Erstkommunion. Dahinter verbirgt sich der erste Empfang der Eucharistie für Kinder, der durch einen entsprechenden Unterricht vorbereitet wird. Die Erstkommunion wird in der Osterzeit (meist Weißensonntag) gefeiert und dient der Erneuerung des Taufversprechens.

Konfession

(Religions-)Bekenntnis, also z.B. evangelisch, römisch-katholisch, …

Konfirmation

Bekräftigung, Bestärkung (gehört zur Taufe) und wird nach einem ein- bis zweijährigen Unterricht mit etwa 13 Jahren gefeiert.; ähnlich: Kommunion.

Konkordanz

Eine Konkordanz ist ein Verzeichnis aller (oder zumindest der meisten) Wörter in der Bibel zusammen mit den jeweiligen Stellen. Sie ermöglicht es, rasch eine bestimmte Stelle zu finden, von der man nur den ungefähren Wortlaut im Ohr hat, und sie hilft dabei, thematisch zu lesen; also z.B. alle Stellen zu finden, in denen es ums Reich Gottes geht oder in denen der Ort „Nazareth“ vorkommt.

Manche Bibelausgaben haben eine Konkordanz im Anhang, vollständige Konkordanzen sind aber meist eigene Bücher. In elektronischen Bibel-ausgaben übernimmt die Suchfunktion weitgehend die Funktion der Konkor-danz.

Konzil

Wann immer es in der Kirche Streitigkeiten gab, wurde ein Konzil (lat: Versammlung) einberufen, zu dem sich meist Bischöfe versammelten, um wichtige kirchliche und theologische Angelegenheiten zu klären. Nur die ersten sieben Konzilien - darunter das Konzil von Nicäa (381) mit dem Beschluss des Nicänischen Glaubensbekenntnisses - werden von allen Kirchen anerkannt (so genannte ökumenische Konzilien).

Kreuz

Das Kreuz ist seinem Ursprung nach Kennzeichen und Symbol des Christentums. Es weist auf Jesus Christus hin, der am Kreuz hingerichtet wurde (die damals übliche Bestrafung für Gotteslästerer). Im Gottesdienst, aber auch bei Taufe, Konfirmation und Trauung werden Menschen mit dem Kreuzeszeichen gesegnet. Vor allem in der römisch-katholischen Kirche ist die Tradition anzutreffen, dass sich Gläubige bekreuzigen, indem sie Stirn, Körper und die beiden Schultern mit der Hand berühren.

Kruzifix

Ein Kruzifix (lat.: am Kreuz festgemacht) stellt die Kreuzigung Jesu dar. In den meisten (kath.) Kirchen steht auf dem Altar ein Kruzifix.

Küster(in)

Der Küster (lat.: custos = Wächter) ist ein Mitarbeiter in der Gemeinde, der für die Vorbereitung und Begleitung von Gottesdiensten und Amtshandlungen zuständig ist. Andere Bezeichnungen lauten Kirchendiener, Kirchenpfleger oder Mesner (lat.: mansionaris; mansio = Wohnung in der Nähe der Kirche), das in katholischen wie evangelischen Gemeinden in Gebrauch ist.

Kyrie Eleison

Herr, erbarme dich. Das Kyrie bringt die Verehrung Gottes zum Ausdruck, der als Schöpfer der Welt alle Macht ausübt. Heute wird das Kyrie als Sünden-bekenntnis verstanden.

Laie

Ein Laie (griech.: laos = Volk) ist ein nichtordiniertes Mitglied der Kirche. Seit Martin Luther wird vom „Priestertum aller Glaubenden“ gesprochen. Allerdings hat es sich bislang nicht durchgesetzt, von ordinierten und nicht ordinierten Theologen zu sprechen.

Lamm Gottes

siehe: Agnus dei

Leid(en)

Leiden beschreibt eine Grundbefindlichkeit des Menschen, die seine Verletzlichkeit und seine Endlichkeit beschreibt. Dieses Thema beherrscht das Alte und das Neue Testament. Hiob - er ist die biblische Figur schlechthin, die die Frage verkörpert, warum es so viel Leid gibt.

Leviten

Die Leviten, genannt nach dem Stammvater Levi, sind einer der Zwölf Stämme Israels, die nach dem Tanach bzw. dem Alten Testament von den Söhnen Jakobs abstammen. Für die Leviten, die bis heute als eigene Gruppe im religiösen Judentum existieren, gilt eine Reihe besonderer Gesetze und Vorschriften, von denen aber nur wenige während der derzeitigen Abwesenheit des Jerusalemer Tempels anwendbar sind; so haben sie bei der Lesung der Tora Vortritt vor anderen Juden. Sie tragen heute oft (aber nicht immer) den Nachnamen Levi oder Levy bzw. Halevi oder Halevy. Der Vorname Levi ist dagegen unter allen Juden recht verbreitet und deutet nicht auf eine Zugehörigkeit zu den Leviten hin.

Im Mittelalter wurde das 26. Kapitel des 3. Buches Mose, das auch Levitikus genannt wird, häufig als Grundlage für christliche Strafpredigten eingesetzt; aus dieser Zeit stammt auch die Redewendung „Jemandem die Leviten lesen“.

Litanei

liturgisches Wechselgebet zwischen Vorbeter und Gemeinde, in dem Gott angerufen wird. Die Gemeinde fügt an die einzelnen Anrufungen eine stets gleich bleibende Bittformel an, wie „Herr, erlöse uns“ oder „Herr, erbarme dich unser“.

Liturgie

Liturgie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „öffentlicher Dienst“ oder auch „Dienst am Volk“. Damit sind die Gesamtheit der offiziellen gottesdienstlichen Handlungen (Zeremonien und Riten) gemeint. Das Wort wird seit dem 16. Jahrhundert von der katholischen Kirche verwendet. In der griechischen Kirche wird es seit dem 9. Jahrhundert auf die Eucharistiefeier angewendet.

Liturgische Gewänder

Liturgische Gewänder sind Kleidungsstücke, die während des Gottesdienstes vom Leiter der Feier (Bischof, Priester, Diakon, Pastor) und den liturgischen Diensten (Messdiener, Lektor, Kantor, Küster, Kommunionhelfer) getragen werden.

Luther, Martin

(* 10. November 1483 in Eisleben; † 18. Februar 1546 ebenda). Martin Luther wird in eine Zeit mit vielen Spannungen und Konflikten hineingeboren. Es ist die Übergangszeit vom Mittelalter zur Neuzeit. Er selbst prägte die großen Veränderungen dieser Zeit entscheidend mit. Der Augustinermönch wird mit seinem Aufbegehren gegen den Ablass eine Welle durch Europa in Bewegung setzen, die er so gar nicht bezweckt hatte. Luther leistet mit seiner Bibelübersetzung einen wichtigen Beitrag zum Entstehen der deutschen Schriftsprache. Er schafft viel Neues, verfällt aber auch manchmal in alte Vorurteile, wie gegenüber den Juden. So ist der große Reformator in seiner Zeit, in den folgenden Jahrhunderten und auch heute noch in vielen Dingen umstritten. Die Welle, die er in Gang setzte ist nicht mehr aufzuhalten, sie wirkt nach seinem Tod weiter und führt zum Entstehen der evangelischen Kirche, die er selbst keineswegs gründen wollte.

Märtyrer

Märtyrer (griech.: Zeuge) werden Christen bezeichnet, die um ihres Glaubens willen getötet werden. Stephanus gilt als erster Märtyrer (Apostelgeschichte 6,8-8,3). Christen werden auch heute noch in bestimmten Ländern aufgrund ihres Glaubens mit dem Tod bedroht. Die Erinnerung an das Leben und Sterben der Märtyrer verbindet die Christen aller Konfessionen.

Meditation

Meditation (lat.: meditare = nachsinnen, überdenken, einüben, ex­erzieren) ist eine Konzentrationsübung, die es nicht nur im Christentum, sondern auch in anderen Religionen sowie auch losgelöst von religiösen Gedanken gibt. Eine christliche Meditation ist geprägt von Stille und Gebet, dem Nachdenken über ein Bibelwort, dem Betrachten eines Bildes allein oder in einer Gruppe.

Messe

Messe (lat.: missa = Entlassung) dient heute hauptsächlich als Bezeichnung für den römisch-katholischen Gottesdienst mit Feier der Eucharistie (Abend-mahl).

Messias

Messias ist die griechische Übersetzung des hebräischen Begriffs „maschiach“ (= der Gesalbte). Aufgrund der prophetischen Verheißungen wird darunter der erwartete Heil bringende König des Volkes Israel verstanden. Im Neuen Testament wird diese Bezeichnung auf Jesus übertragen.

Ministrant

Messdiener

Das Wort ist vom lat. ministrantes abgeleitet, bedeutet Dienender. Der Ministrant oder auch Messdiener trägt im katholischen Gottesdienst ein liturgisches Gewand (im Gegensatz zu den ehrenamtlichen Helfern im evangelischen Gottesdienst), übernimmt kleine Dienste im Ablauf der Messe und leistet dem Priester bestimmte Hand­reichungen.

Mission

Mission (lat.: missio = Sendung, Auftrag). Nach Lukas 10,1 ff. hat sich Jesus (nur) an das Volk Israel gewandt. Im so genannten Missionsbefehl Jesu (Matthäus 28,18: „Gehet hin und macht zu Jüngern alle Völker.“) wird diese Grenze überschritten. Paulus gilt als der erste Missionar im klassischen Sinne: Reisen durchzuführen, Menschen zu taufen und Gemeinden zu gründen. Mission ist zu einem Kenn­zeichen der Kirche geworden, die Missionare in alle Welt entsandte und auch noch immer schickt.

Die christliche Mission wird sowohl von nicht-christlicher als auch von christlicher Seite kritisiert, wobei diese Kritik entweder grundsätzlicher Art ist oder nur einzelne Aspekte der Mission ablehnt. Kritisiert werden z. B. Zwangs-taufen, oder die enge Verbindung von Missionaren mit der staatlichen Kolonial-politik in der Zeit des Imperialismus. Innerhalb der christlichen Mission gibt es verschiedene Denkschulen, sodass die meiste Kritik an der Mission zwischen den verschiedenen Denkschulen erfolgt. Die Herrnhuter Mission sagt z.B.: „Mission zielt nach unserem Verständnis weder auf das zahlenmäßige Wachs-tum von Kirche noch auf Vergrößerung ihrer Macht und ihres Einflusses, sondern auf das Heil und das Wohl des Einzelnen. Sie bedeutet ganzheitliche, liebevolle, bedingungslose und verbindliche Zuwendung von Mensch zu Mensch.“

Mönch

Ein Mönch ist das männliche Mitglied (weiblich: Nonne) einer geistlichen Gemeinschaft (Orden), das sich lebenslang verpflichtet, in Gehorsam, Ehelosigkeit und Armut zu leben. Der Tagesrhythmus im Kloster ist von fünf Gottesdiensten geprägt. Aufgenommen wird man zunächst als Novize. Bekannte Orden sind etwa die Benediktiner (Leitspruch „ora et labora“, „bete und arbeite“), die Zisterzienser (Bernhard von Clairvaux) sowie die Franziskaner (Franz von Assisi).

Monotheismus

(griech. monos = eins; theos = Gott): Eingottglaube. Glaubt man an mehrere Götter, nennt man dies Polytheismus = Vielgottglaube.

Mystik

Mystik (griech.: myein = die Augen schließen) ist der Sammelbegriff für eine meditative Form der Frömmigkeit, die die Begegnung mit Gott sucht, ja sogar die Vereinigung („unio mystica“) mit ihm in der eigenen Seele.

Ökumene

griech. „die (ganze) bewohnte Erde“, „Erdkreis“; Ökumenische Bewegung = der Dialog und die Zusammenarbeit zwischen (christlichen) Konfessionen

Organist(In)

Der Organist ist der Orgelspieler. Meist ist es der Kantor, aber oftmals auch musikalisch begabte Gemeindemitglieder.

Orientierung

Orientierung kommt von „Orient“ (= Osten). Wer sich orientieren, sich zurecht finden will, richtet sich nach Osten aus. In einer Kirche ist der Altar(raum) nach Osten ausgerichtet. Der Osten ist der Ort des Sonnenaufgangs und somit der Tageszeitpunkt, an dem die Frauen am Grab Jesu von seiner Auferstehung hörten. Wer eine Kirche betritt und zum Altar blickt, wird somit immer auch an die erstmalige Botschaft der Auferstehung Jesu Christi erinnert.

Ornat

Der Ornat, auch das Ornat (aus dem lateinischen ornatus = geschmückt), ist die festliche Amtstracht eines Geistlichen.

Orthodoxe Kirche

Die orthodoxen Kirchen verstehen sich als die ursprüngliche christliche Kirche, von der sich alle übrigen Kirchen im Laufe der Geschichte abgespalten bzw. entfernt haben (so auch die Römisch-Katholische Kirche). Daher verstehen sich die orthodoxen Kirchen auch als geistliche Heimat aller Christen in ihren jeweiligen Gebieten und sehen mit Befremden auf die zahlreichen evangelischen Konfessionen. Sie erheben den Anspruch, sich im Unterschied zu den westlichen Kirchen dogmatisch ausschließlich an den Beschlüssen der sieben ökumenischen Konzile zwischen 325 und 787 zu orientieren. Die orthodoxen Kirchen sind nach der katholischen Kirche und dem protes-tantischen Christentum die drittgrößte christliche Glaubensrichtung. Die Ortho-doxe Kirche pflegt in den meisten Ländern Osteuropas eine harmonische Symphonia zum Staat, einen „Zusammenklang“. Dies im Gegensatz zur heu-tigen Trennung von Kirche und Staat in den katholisch oder evangelisch ge-prägten Staaten Westeuropas. Seit 1054 haben sie sich von der „Westkirche“ abgetrennt.

Osterkerze

 

Schon bei den frühen Christen im alten Rom leuchteten in der Kirche Kerzen zum Osterfest. Das Feuersymbol dient seitdem in vielen Kulturen als Ausdruck für Lebensfreude und die Freude über die Wiederauferstehung von Jesus Christus. Bereits im 10. Jahrhundert festigte sich der Brauch, Osterkerzen anzuzünden und diese über das gesamte Osterfest hinweg bis zu den Pfingstfeiertagen brennen zu lassen. Die Osterkerze steht in Verbindung sowohl mit dem Heidentum, ihrer Herkunft wegen, als auch mit dem Judentum. Sie gilt als reine Opfergabe für Gott und ist die Feuersäule des Neuen Bundes. Wie das Volk Israel damals durch die Wüste und durch das Rote Meer hindurchzog, indem es der Feuersäule folgte, so ziehen heute die Christen in der Osternacht in die Kirche ein und folgen der brennenden Flamme der Kerze, Zeichen für den auferstandenen Christus.

Jahrhunderte lang wurde die Osterkerze nur mit Blumen und Blättern geschmückt. Aufgrund ihrer Größe stellt sie den neuen Baum des Lebens dar. Der alte Feind, der Tod, der am Baum gesiegt hat, wurde selbst am Baum besiegt. Die üblichen Symbole, Kreuz, Jahreszahl und „Alpha“ und „Omega“ (erster und letzter Buchstabe des griechischen Alphabetes), tauchen erst Ende des 9. Jahrhunderts auf. Osterkerzen werden, abweichend vom Brauch in der römisch-katho­lischen Kirche, in der evangelischen Kirche üblicherweise das ganze Kirchenjahr über im Gottesdienst angezündet.

Ostern

Egal ob katholische, protestantische, armenische, koptische oder griechisch-orthodoxe Christen: Sie alle feiern zu Ostern die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, wenn auch mit verschiedenen Riten und zeitlich versetzt. Als Vorläufer von Ostern gilt das jüdische Passahfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei erinnern soll und in dessen Tradition Jesus von Nazareth aufgewachsen ist. Ostern (lateinisch pascha, von hebräisch pessach) ist im Christentum die jährliche Gedächtnisfeier der Auferstehung Jesu Christi, der nach dem Neuen Testament als Sohn Gottes den Tod überwunden hat. Da die Heilsereignisse nach Auskunft der Bibel in eine Pessachwoche fielen, bestimmt der Termin dieses beweglichen jüdischen Hauptfestes auch das Osterdatum: Ostern fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond, im Gregorianischen Kalender also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April.

Parament

Paramente (lat. parare mensam: „den Tisch bereiten“ oder lat. parare mentem: „den Geist bereiten“) sind die im Kirchenraum und in der Liturgie verwendeten Textilien, die oftmals künstlerisch aufwendig gestaltet sind.

Passion

‚erdulden‘, ‚erleiden‘; passio ‚das Leiden‘) Unter Passion versteht man im Christentum den Leidensweg Jesu Christi (Leiden, Sterben, Kreuzigung). Die Fasten- oder Passionszeit umfasst die sieben Wochen vom Aschermittwoch bis zum Karsamstag in der Karwoche.

PastorIn

Pastor wird in manchen Gegenden der Pfarrer genannt. Das Wort ist vom lateinischen „pastor“ abgeleitet und heißt der „Hirte“. Jesus hat sich selbst als der „gute Hirte“ bezeichnet, der sein Leben lässt für seine Freunde.

Pate(namt)

Das Wort ist vom lateinischen „pater“ für „Vater“ abgeleitet. Pate wurde ursprünglich ein Zeuge genannt, der vor der Gemeinde für die Glaubwürdigkeit eines erwachsenen Taufbewerbers bürgte. Seit der Durchsetzung der Kindertaufe spricht der Pate/die Patin mit den Eltern stellvertretend für den Täufling das Glaubensbekenntnis. Paten und Eltern versprechen, für die christ-liche Erziehung zu sorgen. Das Patenamt kann nur ausüben, wer konfirmiert ist.

Perikope

Perikope bezeichnet seit dem 16. Jahrhundert Lesungen aus der Bibel im Gottesdienst.

PfarrerIn

Der Pfarr(h)e(r)r ist der „Herr“, also der verantwortliche Leiter einer „Pfarre(i)“.

Pfingsten

Pfingsten (griech.: pentecoste - 50. Tag) bezeichnet das Fest der „Ausgießung des Heiligen Geistes“. In der Apostelgeschichte (2,1-41) wird berichtet, dass sich die Jünger Jesu am 50. Tag nach Ostern in einem Haus versammelten und dort den Heiligen Geist empfingen. Es ist der „Geburtstag“ der Kirche, d.h. viele Gläubige haben sich aufgrund dieses Ereignisses zu einer Christengemeinschaft zusammengeschlossen.

Pharisäer

Der Name „Pharisäer“ ist vom hebräischen abzuleiten und bedeutet zunächst „der Abgesonderte“, kann aber auch den negativen Beiklang „Separatist“ bekommen. Der einzige Zeuge für eine Selbstbezeichnung als „Pharisäer“ ist Paulus (Phil 3,5), während sich die Gruppenangehörigen sonst wohl als „Weise“ bzw. „Genossen“ bezeichneten.

Während der Regierungszeit der Königin Salome Alexandra (76-67 v. Chr.) gewannen sie entscheidend an Einfluss und waren seitdem ein ernst zu nehmender Machtfaktor im frühjüdischen Parteiengefüge. Für die Zeit des Herodes beziffert Josephus ihre Zahl auf 6.000 und weiß von einer großen Popularität unter der Bevölkerung zu berichten. Das Parteiprogramm der Pharisäer kann auf den in Ex 19,6 formulierten Grundsatz: „Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ gebracht werden. Es ging ihnen um die Heiligung des Alltags durch die Tora. Das bedeutete konkret eine Ausweitung der ursprünglich nur für den Priesterdienst am Tempel geltenden Reinheits- und Speisegebote auf die alltäglichen Lebensvollzüge des ganzen Volkes. Um dieses Ziel erreichen zu können, wurden die Weisungen der schriftlichen Tora auf die Gegebenheiten des weltlichen Alltags hin interpretiert und ausgelegt.

Das Programm der Pharisäer, das an die Stelle des Tempels und des dort praktizierten Kultes das Studium der Tora und einen durch ihren Vollzug geheiligten Alltag stellte, hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Judentum nach der Zerstörung des Tempels durch die Römer weiterbestehen konnte.

Philister

Die Philister waren ein Volk, das im 12. Jahrhundert v. Chr. die Küste des historischen Palästina bewohnte. Der Name „Palästina“ geht auf die Philister zurück. Die Römer reorganisierten diesen Teil ihres Reiches neu und legten die Provinzen Syria und Judaea zur Provinz Syria Palaestina zusammen. Im Jahr 193/194 wurde diese Provinz wieder geteilt, unter anderem die Provinz Palaestina geschaffen. Dieser Name hat sich für die Region durch die byzan-tinische, arabische und osmanische Zeit gehalten.

Pietismus

Pietismus ist ursprünglich ein Spottname, abgeleitet vom lateinischen Pietas und meint „Frömmigkeit“.

Präses

Präses (lateinisch, eigentlich „vor etwas sitzend“ ist der Titel von leitenden (geistlichen) Personen. Er kann gleichermaßen für eine weibliche und eine männliche Person gebraucht werden. Einige evangelische Landeskirchen, z. B. die Evangelische Kirche im Rheinland und die Evangelische Kirche von Westfalen, bezeichnen den/die leitende/n Geistliche/n als Präses, also die Funktion, die in anderen Landeskirchen eher dem Landesbischof oder der Landesbischöfin entspricht. Er/sie ist Vorsitzende/r der Landessynode, und die anderen Funktionen (Vorsitzende/r der Kirchenleitung und des Landes-kirchenamts sowie Repräsentation der Kirche nach außen) sind von diesem Amt abgeleitet.

Predigt

Predigt (lat: praedico = öffentlich bekannt machen, etwas laut verkündigen) ist eine öffentliche Rede, die einen biblischen Text interpretiert.

Presbyter

Presbyter (griech.: Ältester) ist die Bezeichnung eines Gemeindeleiters. In der evangelischen Kirche leiten Presbyter (Kirchenvorsteher; Kirchenvorstand = Presbyterium) zusammen mit dem Pastor/Pfarrer die Gemeinde.

Priester

So wird in der katholischen Kirche ein ordinierter Geistlicher genannt.

Prophet

Prophet (griech.: Vorhersager) ist ein von Gott berufener Bote und Verkündiger, der eine Situation von Gott her deutet.

Protestantismus

Protestantismus (lat: protestare = protestieren, gegen etwas Einspruch er-heben, oder protestare: für etwas Zeugnis ablegen) hat sich als Sammelbegriff für die geschichtliche Gestalt des Christentums durchgesetzt, die aus der Reformation des 16. Jahrhunderts hervorgegangen ist.

Psalm

Bei den Psalmen (griech.: geistliches Lied) handelt es sich um 150 Gebete bzw. Lieder im Alten Testament, in denen Dank und Bitte, Klage und Not vor Gott gebracht werden. Die Psalmen waren das Gebetbuch Jesu.

Qumran

Qumran ist der Name eines Ortes am nordwestlichen Ende des Toten Meeres. Dort wurden in 11 Höhlen zwischen 1947 bis 1956 Reste von ca. 850 Handschriften gefunden, die von großer Bedeutung für die Geschichte der Bibel und die Geschichte des Judentums sind. Die Qumran-Funde waren in der Vergangenheit aber auch Anlass für Spekulationen, weil in den Schriften manches an Worte Jesu und an die ersten Christen erinnert. Dennoch sind die Unterschiede so gravierend, dass Jesus nicht dieser Gemeinde zugerechnet werden kann.

Reformation

Mit Reformation (lat.: Erneuerung, Wiederherstellung) wird heute eine religiöse Bewegung des 16. Jahrhunderts bezeichnet, die die Einheit der westlichen Kirche (die östlichen orthodoxen Kirchen hatten sich bereits 1054 getrennt) zerbrechen ließ und sich wesentlich mit Martin Luther verbindet.

Reich Gottes

Die Rede vom Reich Gottes beschreibt die Vorstellung im Volk Israel, dass eine Zeit bevorsteht, in der „Gott König ist“ (Richter 8,23), in der es eine Herrschaft von Menschen über Menschen nicht mehr gibt. Der Blick weitet sich über Israel hinaus auf die Völkerwelt, die einen König erwartet, der Frieden und Gerechtigkeit bringt, einen von Gott gesalbten Messias. Das Neue Testament nimmt diese Aussagen auf: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lukas 17,21).

Religion

Religion leitet sich vom Lateinischen „religio“ ab. Darin stecken „relegere“ (sorgfältig betrachten, pflegen), „religari“ (sich binden an etwas) oder „rem legere“ (eine Sache lesen bzw. deuten).

Religiöse Parteien

 

(im Judentum zur Zeit des Urchristentums): Das Bild des Frühjudentums hat sich in den letzten Jahrzehnten – nicht zuletzt unter dem Eindruck der Funde von Qumran – nachdrücklich gewandelt. Dabei wächst die Einsicht, dass es zur Zeit Jesu kein einheitliches orthodoxes Judentum gegeben hat. Vielmehr müssen wir mit dem pluralen Nebeneinander verschiedener Gruppen rechnen, die zum Teil straff organisiert waren. Man kann sie mit einem gewissen Recht als religiöse Parteien bezeichnen. Gemeinsame Basis aller dieser Gruppierungen war das Bekenntnis zu dem einen Gott Israels und der Bezug auf die Tora als die Richtschnur ihres Lebens.

Die Evangelien nennen als Gesprächspartner und Gegner Jesu vor allem zwei Gruppen: die Sadduzäer und die Pharisäer. Flavius Josephus zählt in seinem Werk über den jüdischen Krieg drei „philosophische Schulen“ unter den Juden auf: siehe auch Pharisäer, Sadduzäer und Essener.

Ritus

Ritus (lat: das recht Gezählte, Angemessenes, Gewohnheit, Brauch) dient als Sammelbezeichnung für religiöse Zeremonien sowie einzelne Handlungen aus diesen. Der Ablauf des Gottesdienstes, die Taufe, aber auch der Segen werden als Riten bezeichnet. Sie sind in Form, Sprache und Gestik fest-gelegte und wiederholbare Vorgänge.

Sabbat

Sabbat bezeichnet den Ruhe- und Feiertag im Judentum zur Erinnerung an den 7. Tag der Schöpfung (1. Mose 1); ähnlich unserem Sonntag.

Sadduzäer

Die Sadduzäer waren eine in Israel in der Zeit des Zweiten Tempels aktive Gruppe des Judentums. Der Name „Sadduzäer“ ist erstmalig Mk 12,18 bezeugt und von Zadok abzuleiten, der in der davidisch-salomonischen Zeit Hohepriester war (vgl. 2 Sam 8,17). Als Parteiname bezeichnet er aber nicht mehr einen Angehörigen der sich auf Zadok zurückführenden Priesterdynastie, sondern einen Parteigänger der zadokidischen Priesteraristokratie. Nach allem, was wir wissen, war den Sadduzäern ein konservativer Grundzug eigen, der sie zu Verfechtern des politischen und religiösen status quo machte. Interessanterweise konnte sich dieser Konservatismus aber durchaus mit einer aufgeschlossenen Haltung gegenüber den kulturellen Einflüssen des Helle-nismus verbinden.

Im Gegensatz zu den Pharisäern, deren Konstruktion einer mündlichen Tora sie strikt ablehnten, erkannten die Sadduzäer nur die schriftliche Tora als verbindlich an. Damit hing zusammen, dass sie die Hoffnung auf eine zukünftige Auferstehung der Toten und auf eine endzeitliche Vergeltung für die Gerechten nicht teilten. Vielmehr waren sie Anhänger einer innerweltlichen Vergeltungslehre, d.h. sie rechneten damit, dass der Mensch von Gott bereits im irdischen Leben Lohn und Strafe erhält. So schärften sie die Eigenverantwortlichkeit des Menschen für sein Tun ein.

Die Geschichte der Sadduzäer endet mit der jüdischen Niederlage und der Zerstörung des Tempels im Jahre 70, die die Basis ihrer Macht und den Bezugspunkt ihrer religiösen Anschauungen zerstörten.

Sakrament

In dem lateinischen Wort Sacramentum steckt „sacrare“ (weihen, heiligen). Es ist die Übersetzung von „Mysterion“ (griech.: Geheimnis, geheimnisvoller Vorgang) ins Lateinische. Die evangelische Kirche spricht nur bei Taufe und Abendmahl von einem Sakrament, da sie von Jesus eingesetzt wurden. Demgegenüber bezeichnen die römisch-katho­lische und die anglikanische Kirche sowie die orthodoxen Kirchen auch Buße (Beichte), Firmung, Krankensalbung („letzte Ölung“), Ehe und Ordination (Weihe der Diakone, Priester und Bischöfe) als Sakramente.

Sakristei

Sakristei ist ein Nebenraum der Kirche, der heute hauptsächlich als Umkleideraum für den Pfarrer und Aufbewahrungsort für im Gottesdienst benötigte Geräte, Gewänder und Bücher dient.

Samariter

Ein Samariter ist ein Angehöriger der Religionsgemeinschaft der Samaritaner (in der Landschaft Samarien). Die Samaritaner bilden eine Religions-gemeinschaft, die wie das Judentum aus dem Volk Israel hervorgegangen ist. Es gibt heute in Israel und im Westjordanland etwa 700 Samaritaner.

Der Ausdruck des Barmherzigen Samariters geht auf ein Gleichnis Jesu im Neuen Testament bei Lukas (10, 30–37) zurück. In dieser Erzählung erhält ein Schwerverletzter, den ein jüdischer Priester und ein Levit achtlos liegen ließen, Hilfe von einem Samaritaner. Der Samaritaner versorgte die Wunden des Verletzten, brachte ihn in eine Herberge und bezahlte für seine weitere Pflege. Damals galten den Juden die Samaritaner als fehlgeleitete Abtrünnige, welche geringgeschätzt wurden.

Sanctus

lat.: „heilig“. Bezeichnung für das (Dreimal-)Heilig (liturgischer Lobgesang nach Jes. 6, 3) in den Abendmahlsfeiern.

Satan

Satan (hebr.: Widersacher) bezeichnet das Böse, den Teufel, eine dunkle widergöttliche Macht, die im Satanskult religiös verehrt wird.

Schalom

Schalom (hebr.: Frieden, Heil, Glück, Versöhnung) meint Frieden im umfassendsten Sinne, den Gott dem Volk Israel verheißt. Im Judentum ist Schalom sowohl Gruß als auch Wunsch.

Schriftgelehrter

Die Evangelien erwecken an einigen Stellen den Eindruck, als ob es sich bei den Schriftgelehrten um eine eigene Partei neben anderen handeln würde (vgl. Mt 12,38; 15,1; 23,2). Historisch ist dieser Eindruck unzutreffend. Die Schrift-gelehrten sind vielmehr ein eigener Berufsstand, der sich mit der Überlieferung und Auslegung der Tora befasste. Schriftgelehrte konnten in dieser Funktion dann durchaus auch Anhänger einer bestimmten religiösen Partei sein (vgl. Mk 2,16 – Schriftgelehrte, die zur Partei der Pharisäer gehören).

Schuld

Der Zustand der Schuld entsteht, wenn jemand für einen Verstoß gegen eine durch sittliche, ethisch-moralische oder gesetzliche Wertvorstellung gesetzte Norm verantwortlich ist.

Seele

Jeder Mensch hat eine Seele (griech.: psyche) und ist darin unverwechselbar. Er besteht aus mehr als der Summe seiner wissenschaftlich beschreibbaren Körperteile und -funktionen.

Seelsorge

Seelsorge nennt man die christlich geprägte Form der Beratung und Begleitung eines Menschen in Lebenskrisen. Sich um die eigene Seele zu kümmern, wird schon im Neuen Testament geraten (Matthäus 16,26; Lukas 12,20).

Segen

„Segen“ und „segnen“ (hebr.: barakh) bedeutet: mit heilvoller Kraft begaben. Erst seit dem 11. Jahrhundert beschließt ein Segen den Gottesdienst.

Martin Luther führte in seinen Gottesdienstordnungen den Aaronitischen Segen ein. Er setzte sich in der Evangelischen Kirche durch: „Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden“ (4. Mose 6,24). Diese Segensformulierung wird auch priesterlicher Segen genannt. Die Bezeichnungen Aaronitischer Segen bzw. Priesterlicher Segen beruhen darauf, dass  Mose (Moses) diesen Segen von Gott mit dem Auftrag erhielt, ihn an seinen Bruder Aaron weiterzugeben, damit dieser und alle folgenden  Priester das Volk damit segne. (Buch Numeri / 4. Buch Mose 6,22-24)

Der trinitarische Segen, war und ist in der römisch-katholischen Kirche üblich. Er lautet: „Es segne und behüte euch der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist“.

Sekte

Sekte kommt wohl vom lateinischen „sequi“ („folgen“) und nicht von „secare“ (abschneiden, abspalten, trennen). Dabei handelt es sich um eine von den großen Kirchen abgetrennte Gemeinschaft mit Sonderlehren, die auf außerbiblische Wahrheits- und Offenbarungsquellen zurückgehen. „Sekte“ ist ein abwertender Begriff für eine überschaubare Gruppe, die meist an einem Führer orientiert ist, neben der Bibel auch andere Offenbarungsquellen (u. a. Erscheinungen des Sektengründers/der Gründerin) hat und ihre Identität durch scharfe Abgrenzung gewinnt. In der Anfangszeit war das Christentum auch als „jüdische Sekte“ bezeichnet worden.

Seligpreisung(en)

Seligpreisungen (griech.: Makarismen) sind eine literarische Form, die Personen ein gutes Schicksal zusprechen. In der Bergpredigt finden sich die bekanntesten Seligpreisungen (Matthäus 5, 3-10), in denen u. a. über Arme, Barmherzige, Leidende, Sanftmütige, Friedensstifter gesagt wird, dass diese bei Gott ein hohes Ansehen genießen. siehe auch: Bergpredigt

Septuaginta

(lat. „siebzig“): griechische Bibelübersetzung des Alten Testaments, das ursprünglich in Hebräisch verfasst wurde. Laut einer Legende soll sie von siebzig Übersetzern geschaffen worden sein, die alle – unabhängig voneinander – dieselbe wortwörtliche Übersetzung hergestellt haben.

Spiritualität

Spiritualität (lat.: Spiritus sanctus = Heiliger Geist) - im Volksmund oft als Synonym für Frömmigkeit gebraucht - bezeichnet die grundsätzliche Offenheit des Menschen gegenüber geistlichen Dingen, d. h. gegenüber Ausdrucks-formen, in denen die Gabe des Heiligen Geistes Gestalt gewinnt.

Stern

Der Stern ist das Symbol für den Hinweis auf die Geburt eines neuen jüdischen Königs. Der Stern, in vielfältigen Formen und Farben selbstgebastelt aufgehängt, gehört zu den beliebtesten „Aufhängern“ der Adventszeit.

Stola

ein Teil der liturgischen Kleidung eines Pfarrers, Priesters oder Diakons. Die Stola ist ein etwa 2,50 m langer schmaler Stoffstreifen. Als Amtsabzeichen ist sie den Inhabern des entsprechenden kirchlichen Amtes vorbehalten und bei gottesdienstlichen Handlungen vorgeschrieben.

Sünde

im Kern ist gemeint: ohne Gott leben zu wollen, sich bewusst von ihm abzuwenden, aber auch sein zu wollen wie er (1. Mose 3).

Symbol

Ein Zeichen nennt man Symbol, wenn es mehr aussagt, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Manche Zeichen können mit der Zeit zu Symbolen werden. Symbole sind also keine normalen Zeichen, sondern Repräsentationen religiöser Wahrheiten. Symbol heißt griechisch „das Zusammengeworfene“. Zusammengeworfen wurden die Teile eines auseinander gebrochenen Tontäfelchens. Es be­stätigte den Freundschaftsbund, beide nahmen einen Teil mit, beim Wiedertreffen zeigte sich, ob die Tonscherben sich lückenlos zu einer Tafel verbanden. Im sichtbaren Symbol ist eine andere Wirklichkeit anwesend. Das ist auch die christliche Umdeutung des Wortes Sakrament.

Die Christen haben aus der Antike viele Symbole übernommen und eigene entwickelt, z.B. das Achteck für ein Taufbecken oder die Kuppel einer romanischen Kirche, das den achten Tag als Tag der Auferstehung und damit den Beginn des neuen Lebens bezeichnet. Das Ursymbol des Christentums ist der Mensch gewordene Gott, er vereint Erde und Himmel, er verbindet das Menschliche mit dem Göttlichen.

Die Lutherrose verwendete Martin Luther ab 1530 als Siegel. Sie ist ein „Merkzeichen“ seiner Theo­logie: Das schwarze Kreuz im Mittelpunkt erinn­ert an Jesus Christus. Das rote Herz steht für den Glau­ben „von ganzem Herzen“. Die weiße Rose steht für Fröhlichkeit und Frieden, die im Glauben zu finden sind. Der blaue Hintergrund zeigt: Dies ist nur ein Anfang, ein Vorge­schmack auf die himmlische Freude bei Gott. Der goldene Ring schließlich ist das Zeichen für Gottes Ewigkeit: Sein Wort gilt auf Dauer.

Synode

Synode (griech.: Zusammenkunft, Weggenossenschaft) ist ein Gremium, das in der evangelischen Kirche Leitungsfunktion (neben dem Bischof) wahrnimmt, sie setzt sich aus gewählten Theologinnen und Theologen sowie Nichttheologen zusammen und tritt auf regionaler wie überregionaler Ebene zusammen (Dekanatssynode, Landessynode).

Synoptiker

Synoptiker (griech.: Zusammensehen) werden die Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas bezeichnet, weil ihre Texte ein hohes Maß an Überein-stimmung zeigen.

Talar

Ein Talar (lat.: talus = Knöchel) ist ein weit geschnittener, bis zum Knöchel reichender schwar­zer Wollstoffmantel. Er dient Pfarrerinnen und Pfarrern als Amtstracht.

Tanach

Die hebräische Bibel wird auch Tanach genannt. Als Tanach oder Tenach oder (hebräisch ‎TNK) bezeichnet das Judentum die Bibeltexte, die als normativ für die eigene Religion gelten. Der Tanach besteht aus den drei Teilen Tora („Weisung“), Nevi'im („Propheten“) und Ketuvim („Schriften“). TNK ist das Akronym der Anfangsbuchstaben dieser Teile. Sie enthalten insgesamt 24 in hebräischer Sprache verfasste Bücher; zwei davon enthalten einige aramäische Textpassagen. In der jüngeren Sekundärliteratur wird der Tanach oft als „jüdische Bibel“ oder „hebräische Bibel“ bezeichnet. Das Christentum hat alle Bücher des Tanach übernommen und zusammen mit den deuterokanonischen Schriften als Altes Testament kanonisiert.

Taube

Die Taube ist das Symbol für den Heiligen Geist. Als Jesus von Johannes dem Täufer im Jordan getauft wurde, sah er, „dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam“ (Markusevangelium 1,10). Im Hebräischen heißt Taube „Jona“. Die Taube ist aber auch Symbol des Friedens. Schon in der Antike galt die Taube als Sinnbild für Liebe, Frieden und Sanftmut. Die Menschen nahmen nämlich an, dass die Taube keine Gallenblase besitzt und daher frei von Bitterem und Bösem sei.

Taufe

Mit seiner Taufe wird ein Mensch in die christliche Gemeinschaft aufgenommen. Zugleich wird der Täufling zum Mitglied der Kirche, in der die Taufe stattfindet. Wichtigstes Element der Tauffeier ist das Wasser - das Urelement des Lebens, denn nur mit Wasser kann Leben entstehen. Während dem Täufling drei mal Wasser über den Kopf gegossen wird, spricht die Pfarrerin oder der Pfarrer: „Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Ein Christ wird nur einmal getauft; die Taufe wird bei einem Übertritt in eine andere Konfession anerkannt.

Testament

Testament bezeichnet den von Gott „verfügten“ Bund, den das Volk Israel annahm. Diese Bedeutung ist gemeint in der Bezeichnung der beiden Teile der christlichen Bibel als Altes Testament und Neues Testament. Das Alte Testament wird im Judentum Tanach bzw. „Hebräische Bibel“ genannt.

Theodizee

(griech. theos = Gott; dike = Gerechtigkeit); Wie verträgt sich Gottes Liebe und Allmacht mit allem Leid und Übel, das Menschen widerfährt? So lautet die so genannte Theodizeefrage nach der Recht­fertigung Gottes angesichts des Leidens.

Theologie

Theologie (griech.: Rede von Gott) ist seit dem Mittelalter der Begriff für das wissenschaftliche Nachdenken über den (christlichen) Glauben.

Tisch

Der Tisch ist ein altes Symbol für die Fülle des Lebens (ein voller Tisch) und damit der vitalen Energie, die durch Essen und Trinken gewonnen wird. Weiter steht er für Kommu­nikation, Kontakt, Gemeinsamkeit und Ge­sell­ig­keit. Er ist ein Zentrum, um das herum man sich versammeln kann, z. B. zu einer gemeinsamen Mahlzeit oder aber auch zu einer auserwählten Gemein-schaft.

Das Wort Tisch (mhd. tisch = Speisetafel, ahd. tisc = Tisch, Schüssel, ent-lehnt aus lat. discus = Wurfscheibe, flache Schüssel, Platte, seinerseits Lehn-wort aus griech. dískos = Wurfscheibe) hatte ursprünglich die Bedeutung „flache Schüssel“. Die Wandlung zur heutigen Bedeutung des Tisches erklärt sich dadurch, dass in früherer Zeit bei den Mahlzeiten jede Person ihren eigenen Esstisch, der gleichzeitig auch Essschüssel war, besaß.

Tohuwabohu

Tohuwabohu (hebr. „wüst und leer“) bezeichnet ein heilloses Durcheinander und wird modernisiert mit „Wirrwarr“ und/oder „Chaos“ übersetzt. Im ersten Buch Mose (Moses 1,1-2) beginnt die Bibel mit dem Satz: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer“ (tohu vavohu). Daraus wurde der hebräische Begriff entnommen und bedeutet nach Luther „wüst und leer“. Dabei bezeichnet tohu die Wüstheit, wa bedeutet „und“ und vohu ist die Leere. In der Einheitsübersetzung ist die Stelle mit „wüst und wirr“ übersetzt.

Tora

Die Tora (auch Thora, Torah; von hebräisch ‚Gebot‘, ‚Weisung‘, ‚Belehrung‘, von jarah ‚unterweisen‘) ist der erste Teil des Tanach, der hebräischen Bibel. Sie besteht aus fünf Büchern, weshalb sie im Judentum auch chamischa chumsche tora ‚Die fünf Fünftel der Tora‘ genannt wird. In den deutschen christlichen Bibelübersetzungen sind dies die fünf Bücher Mose oder der Pentateuch.

Das hebräische Wort Tora hat mehrere Bedeutungen. Die engste bezeichnet die fünf Bücher Mose, die das Volk Israel nach der Darstellung der Tora am Berg Sinai erhalten hat. Tora kann aber auch die Torarolle meinen. Dies ist eine Rolle aus Pergament, auf der die fünf Bücher in hebräisch (ohne Vokale) von Hand aufgeschrieben sind. Aus einer Torarolle wird in jüdischen Gottes-diensten gelesen, wobei dieses Lesen eher ein Singen nach einer bestimmten Notation ist. Eine Torarolle für den öffentlichen Gottesdienstgebrauch wird grundsätzlich per Hand von einem Sofer, einem speziell dafür ausgebildeten Schreiber, geschrieben. Die älteste existierende Torarolle stammt von etwa 900 n. Chr.

Transzendenz

Transzendenz (lat.: transcendere = übersteigen, über das Erfahr­­bare hinaus-gehen) - so lautet der philosophische Begriff für das, was jenseits der Grenzen des Wahrnehmbaren liegt und mit den Möglichkeiten menschlichen Bewusst-seins nicht erfasst werden kann.

Trinitatis

Trinitatis ist das Fest der Dreieinigkeit, das am ersten Sonntag nach Pfingsten gefeiert wird. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Urchristentum

Urchristentum wird der früheste Abschnitt in der Geschichte der christlichen Gemeinden bis zum Ende des 1. Jahrhunderts bezeichnet.

Vaterunser

Das Vaterunser ist das von Jesus formulierte, älteste Grundgebet der gesamten Christenheit (Matthäus 6,9-13; Lukas 11,1-4):

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit. Amen.

Vatikan

Vatikan wird sowohl der Sitz des Papstes und seiner Verwaltung (Kurie) als auch der Vatikanstaat in Rom (mit 0,44 Quadratkilometern der kleinste Staat der Welt) genannt. Die römisch-katholische Kirche tritt weltweit nicht nur als Kirche auf, sondern spielt auch eine politische Rolle, indem sie in zahlreichen Ländern der Erde durch einen Botschafter (Nuntius) vertreten ist.

Vergebung,

Versöhnung

Vergebung (alternativ auch: Verzeihung) bezeichnet die Annahme von bekundeter Reue. Eine besondere, offizielle Art und Weise der Vergebung ist die Begnadigung. Das Christentum lehrt die Versöhnung zwischen Gott und Mensch, indem Gott den Menschen durch Jesus Christus entgegenkam.

Verkündigung

Verkündigung werden alle Formen der Interpretation eines biblischen Textes genannt, ob als Predigt oder Andacht. Auch die Worte, Gleichnisse und Geschichten Jesu werden mit diesem Begriff zusammengefasst.

Versuchung

Im christlichen Kontext ist Versuchung der Anreiz, eine Sünde oder eine unmoralische Handlung zu begehen. Als Kern aller Versuchungen gilt das Beiseiteschieben Gottes, der als störend neben dem Begehrten erscheint. In der Bibel wird die Versuchung mit dem Bösen in Verbindung gebracht; sie geht insbesondere vom Teufel selbst aus. Die wohl bekanntesten Versuchungs-geschichten in der Bibel sind der im 1. Buch Mose beschriebene Sündenfall durch Adam und Eva und die Versuchung des frommen Ijob durch den Teufel.

Bekannt ist auch (Matthäus 26,41): „Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ Zentral ist auch die in den drei synoptischen Evangelien erwähnte Versuchung Jesu (Mt 4,1-11; Mk 1,12-13; Lk 4,1-13): Nach seiner Taufe wird Jesus von Geist Gottes in die Wüste geführt, wo er fastet und der Teufel ihn in Versuchung führt. Darin wird dargestellt, wie Jesus um seine Identität und Sendung ringt, indem er die Versuchungen des Satans entlarvt.

Vikar

Vikar (lat.: Amtsvertreter) wird in der evangelischen Kirche ein noch nicht ordinierter Pfarrer bezeichnet.

Vulgata

(lat. „die allgemein Verbreitete“): Bezeichnung für die in der katholischen Kirche maßgebliche lateinische Bibel

Weihe

Weihe ist die feierliche Segenshandlung von Personen und Sachen.

Weihnachten

Weihnachten, auch (heiliges) Christfest, Heilige(r) Christ oder Weihnacht genannt, ist das Fest der Geburt Jesu Christi. Festtag ist der 25. Dezember, der Christtag, auch Hochfest der Geburt des Herrn, dessen Feierlichkeiten am Vorabend, am Heiligen Abend (Heiligabend) (auch Heilige Nacht, Christnacht, Weihnachtsabend, 24. Dezember), beginnen. Der früheste Beleg für den Ausdruck „Weihnachten“, zusammengesetzt aus der adjektivischen Wendung ze wihen nahten, stammt aus der Predigtsammlung Speculum ecclesiae um 1170. „diu gnâde diu anegengete sih an dirre naht: von diu heizet si diu wîhe naht.“ Übersetzt: „Die Gnade (Gottes) kam zu uns in dieser Nacht: deshalb heißt diese nunmehr Weihnacht.“ Er ist in vielen Staaten ein gesetzlich ge-schützter Feiertag.

Wein(stock)

Der Weinstock ist ein Symbol für die Verbundenheit zwischen Christus und den Gläubigen. Christus, der Weinstock, schenkt ihnen Kraft, wenn sie mit ihm verbunden bleiben. So kann der Glaube fruchtbar werden (Reben und Früchte). „Ich bin der wahre Weinstock“ oder „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“, sagt Jesus zu seinen Jüngern (Johannesevangelium 15,1-5).

Weisheit

Zur Weisheit (griech.: sophia) gehören die Eigenschaften, sich einsichtig, weitsichtig und maßvoll zu verhalten.

Zebaoth

Das hebräische Wort Zebaot (‚Heere‘, ‚Heerscharen‘, auch Zebaoth oder Zevaot) ist im Tanach ein Attribut zum Gottesnamen JHWH. In der Tora (fünf Bücher Moses) erscheint Zebaot noch nicht. In den anderen biblischen Schriften kommt das Wort häufig vor, fast ausschließlich als Hoheitsattribut Gottes in der Kombination JHWH Zebaot. Die Offenbarung des Johannes beschreibt große Heerscharen von Geistgeschöpfen, die unmittelbar vor Gott stehen und über die Gott gebietet (z.B. Offb 19,14). Das Wort Sabaoth wird an einigen Stellen unübersetzt belassen. Martin Luther schrieb in seiner Übersetzung des Neuen Testaments HERR Zebaoth. In der Einheitsüber-setzung heißt es Herr der Heere, in der katholischen Liturgie (Sanctus) Herr aller Mächte und Gewalten.

Zehn Gebote

Die Zehn Gebote (siehe auch: Dekalog) bilden die Grundlage und das Kernstück des Bundes, den Gott mit seinem „auserwählten Volk“ am Sinai geschlossen hat: Wenn es dieses göttliche Gesetz beachtet, bleibt es Gottes Volk und Gott ihr einziger Herr. Die Zehn Gebote sind dem Volk Israel von Mose auf zwei Steintafeln überliefert worden. Auf der ersten stehen die Gebote 1-4 und beinhalten das Verhältnis des Volkes Israel zu Gott. Die Gebote 5-10 stehen auf der zweiten Tafel und beschreiben das mitmenschliche Verhalten der Israeliten untereinander. Die biblische Zählung weicht von der in der lutherischen und katholischen Kirche üblichen ab: In der kirchlichen Zählung fehlt das 2. biblische Gebot. Dafür wird das 10. biblische Gebot in die Gebote 9 und 10 aufgegliedert. Die Zehn Gebote können – vor allem die auf der zweiten Tafel – noch heute als Grundlage aller staatlichen Gesetzgebung gelten.

Zeloten

Das Neue Testament nimmt auf die Zeloten nur indirekt Bezug. Allerdings hat wohl einer der Jünger Jesu dieser Bewegung angehört (vgl. Lk 6,15 – Simon, genannt der Zelot). Der Name „Zelot“ kommt aus dem Griechischen (zelotes) und bedeutet „der Eiferer“. Gemeint ist der Eifer um Gott, der die Triebfeder der zelotischen Aktionen war.

Sie versuchten, die römische Besatzungsmacht durch „Nadelstichangriffe“ zu treffen. Andererseits scheuten sie aber auch nicht davor zurück, die Bevöl-kerung mit Gewalt in ihrem Sinne zu beeinflussen. Die Gruppe der Sikarier (von lat. sica – der Dolch) ging sogar dazu über, einzelne politische Gegner oder Kollaborateure durch Mord zu beseitigen. Nach dem Verständnis der Zeloten duldet Gottes Königtum in Israel keine andere Herrschaft neben sich. Umkehr zu Gott und seinen Weisungen ist dann untrennbar mit der Aufkündigung des Gehorsams gegen irdische Herrscher verbunden. Das schließt die Verweigerung von Steuern ein.

Der Eifer der Zeloten zeigte sich auch in der radikalen Durchsetzung des Bilderverbotes (die bildergeschmückten königlichen Paläste in Tiberias und Jerusalem wurden im jüdischen Krieg zerstört) und der Heiligkeit des Tempelbezirkes. Sie gingen auch gegen Juden vor, die nichtjüdische Frauen geheiratet hatten. Dazu sind Zwangsbeschnei­dungen überliefert. Man kann sagen, dass die Zeloten das pharisäische Programm der Heiligung des Alltags radikalisiert und um eine entscheidende politische Note erweitert haben. Dazu kommen starke Einflüsse apokalyptischen Denkens. Die sich steigernde wirt-schaftliche Not im Palästina des 1. Jh. wurde als Zeichen der nahenden Endzeit gedeutet. Für diese erwartete man einen letzten Krieg gegen die Gottlosen, an dem man sich aktiv beteiligen wollte. Hier gibt es auch Berührungen zu den Essenern.

Ihren Höhepunkt erlebte die zelotische Bewegung im Jüdischen Krieg (66-70). Dieser Aufstand gegen die Römer wurde zu wesentlichen Teilen von ihr getragen. Die Niederlage, die in der Eroberung Jerusalems und der Zerstörung des Tempels durch die Römer ihr grausiges Finale hatte, bedeutete zugleich die Vernichtung der Zeloten.

Zion

In den Liedern des Evangelischen Gesangbuches steht das Wort als Bezeichnung für die ganze (himmlische) Stadt Jerusalem der vollendeten Heilszeit (Offenbarung 21,2). Darum wird Jerusalem als „Tochter Zion“ in einem bekannten Adventslied (EG 13) aufgefordert, sich über den kommenden Messias zu freuen.

Zölibat

Zölibat (lat: coelebs = unverheiratet) bezeichnet eine schon in der Antike angestrebte Lebensform (vgl. auch Paulus, 1. Korinther 7,1ff.), die seit dem 12. Jahrhundert für katholische Priester und Mönche verbindlich ist (in der Orthodoxie nur für Bischöfe). In den Kirchen der Reformation ist sie aufge-hoben worden.

Zweifel

Im Zusammenhang des Glaubens gibt es zwei Formen des Zweifels. Die eine bestreitet grundsätzlich, dass es Gott gibt. Die andere stellt nicht die Gewissheit der Glaubensinhalte in Frage, sondern beschreibt die Erfahrung des „verborgenen Gottes“, dass der Glaube meinem Leben nicht mehr Zuversicht und Hoffnung zu geben vermag. Der Apostel Thomas hatte Zweifel an Jesu Auferstehung und wollte zuerst die Wundmale sehen, bevor er glaubte. So bekam er den Beinamen „Thomas, der Zweifler“.

nach oben