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Weltreligionen
 

Die westlichen Religionen

Der Kernglaube der Religionen – ein religiöser Überblick

Alle Religionen der Welt stellen viele Fragen und geben viele Antworten, aber in jeder Religion gibt es eine Frage, die ihr die wichtigste ist. Diese zentrale Frage verleiht jeder Religion ihre Besonderheit, so wie Pfeffer, Salz, Knoblauch oder Käse einem Gericht seinen unverwechselbaren Geschmack geben.

Im Folgenden sollen die wichtigsten Weltreligionen vorgestellt und in ihren Glaubensgrundlagen angerissen werden. Anschließend soll auf weitere wichtige und bekannte Religionen kurz eingegangen werden.

 

Die westlichen Religionen

Judentum, Christentum und Islam werden von vielen als westliche Religionen bezeichnet, sie werden aber auch abrahamitische Religionen genannt.

Was sie gemeinsam haben

Islam, Judentum und Christentum besitzen zu großen Teilen ein gemeinsames religiöses Gedankengut:

  • Alle drei Religionen glauben an den einen, allmächtigen und allwissenden Schöpfergott (von den Muslimen Allah genannt). Dieser Gott hat die Welt erschaffen und alles, was in ihr lebt. Er hat alles Lebendige besonders gesegnet. Der Mensch ist nicht nur von Gott gesegnet, sondern wurde auch nach dem Bilde Gottes geschaffen, deshalb ist das Leben auch in besonderem Sinne heilig.
  • Abrahamitische Glaubensgemeinschaften - viele christliche Kirchen, das Judentum und der Islam - glauben, dass Gott den Menschen einen freien Willen gab, damit sie entschei­den können, wie sie leben wollen, und einen Kodex moralischer Gesetze und Gebote für ihr Leben, damit sie den richtigen Weg finden und ein gutes und gerechtes Leben führen.
  • Abrahamitische Religionen glauben, dass Gott eines Tages die Welt von allen Sünden und Mängeln erlösen und in den ewigen Frieden führen wird, auch wenn diesem messianischen Zeitalter vielleicht schreckliche Kriege vorausgehen werden.
  • Diese Religionen glauben, dass Gottes Tun in den Ereignissen der Geschichte sichtbar ist und weiter sichtbar bleibt und dass er den Menschen befohlen hat, auf der Welt seinen Willen geschehen zu lassen.

Gott hat den Menschen all dieses durch die Propheten mitgeteilt, für die Christen durch den Messias, den Erlöser Jesus. Die schriftlichen Aufzeichnungen dieser Offenbarung sind die heiligen Texte der abraham­itischen Religionen:

  • Die hebräische Bibel (von Christen das Alte Testament genannt, doch Juden verwenden den Begriff nicht)
  • Das Neue Testament (für Christen)
  • Der Koran (für Muslime)

Diese Religionen unterscheiden sich jedoch in entscheidenden Bereichen, einige der Haupt­unterschiede beziehen sich auf die christliche Vorstellung von der Dreieinigkeit und auf den christlichen Glauben an Jesus als den Messias und Sohn Gottes.

 

Namen für Gott

Gott braucht zwar keinen Namen, aber wir brauchen einen Namen für ihn, weil wir über ihn reden wollen. Wenn Gott keinen Namen hätte, müssten wir die Stelle, wo wir über ihn schreiben wollen, jedes Mal leer lassen, und das wäre ziemlich verwirrend. Außerdem brauchen wir einen Namen für Gott, damit wir ihm in unseren Gebeten für all das Gute, das er uns im Leben schenkt, danken können.

Muslime: Allah

Allah ist ein arabisches Wort und bedeutet „der einzige Gott“. Von den Muslimen können wir etwas Großartiges über Gottes Namen lernen. Sie sagen, dass Gott außer dem Namen Allah zusätzlich noch neunund­neunzig andere Namen hat. Damit ist gemeint, dass wir uns jeden beliebigen Namen für Gott ausdenken können, die Namen uns aber trotzdem niemals ausgehen werden; denn Gott ist stets mehr, als wir jemals wissen und ausdrücken können.

 

Juden: „Ich bin der ich bin“

Auch die jüdische Religion hat viele Namen für Gott: der Barmherzige, unser Vater, unser König, der Vergebende, der Richter, der „Heilige, er sei gesegnet“, der Schöpfer, der Erretter, „unser Nachbar“, der Name, der Ort. Ihr Lieblingsname ist ehjeh ascher ehjeh, was „Ich bin, was ich bin“ bedeutet. Die Juden glauben, dass wir den wahren Namen Gottes gar nicht aussprechen können. In der Hebräischen Bibel wird der Name Gottes mit vier hebräischen Buchstaben geschrieben, die so ähnlich wie die vier Buchsta­ben J, H, W und H klingen. Wenn Juden aus der Hebräischen Bibel vorlesen und an eine Stelle kommen, wo der Name JHWH steht, versuchen sie nicht, ihn auszusprechen, sondern ersetzen ihn durch den Namen Adonai, was „Herr“ bedeutet. Es gibt Christen, die versucht haben, JHWH wie „Jachwe“ oder „Jehova“ auszusprechen; die Juden hingegen versuchen das gar nicht erst, weil es nicht erlaubt ist. Die Juden wollen, dass Gottes wahrer Name verborgen bleibt.

 

Christentum: JWHE oder Gott der Vater, und der Sohn und der Heilige Geist

„Gott der Vater“. Diesen Namen benutzen Christen, wenn sie von Gott als dem Schöpfer der Welt und allem in ihr sprechen.

„Gott der Sohn“. Damit ist Jesus gemeint. Wenn Christen davon spre­chen, wie Gott in menschlicher Gestalt auf die Welt kam, gebrauchen sie den Namen Jesus.

„Heiliger Geist“. So nennen die Christen Gott, wenn sie von seinen Taten in der Welt sprechen. Heiliger Geist ist auch der Name, den wir Gott geben, wenn wir spüren, dass er uns sehr, sehr nahe ist.

 

Viele Religionen haben einen Namen für Gott als den Schöpfer der Welt und einen anderen Namen für Gott als die göttliche Hoffnung auf die Zukunft. Worauf es ankommt, ist, dass alle Namen für Gott denselben Gott benennen! Man kann das leicht verstehen, wenn man sich vorstellt, was man für einen Menschen empfindet, den man sehr liebt. Auch wenn man von ihm getrennt ist, liebt man ihn und spürt, dass er einen auch liebt. Mit Gott ist es dasselbe. Manche seiner Namen erinnern uns daran, dass seine Liebe uns stets begleitet, selbst wenn wir das nicht so sehen können, wie wir einander sehen. Tatsächlich sehen wir den Namen Gottes am besten, wenn wir einem geliebten Menschen in die Augen blicken. In ihnen können wir alle Namen Gottes lesen.

 

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