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Was ist Kirche?

Viele Fotos von der Erkelenzer Kirche wurden gemacht und dienen als Grundlage dafür, die Kirche und ihre wichtigsten Einrichtungsgegenstände zu erklären. Andere Kirchen haben andere Bilder und Fotos, aber vieles ist erkennBar und übertragBar.

 

Vorbemerkung

In der Umgangssprache werden mit Kirche unterschiedliche Dinge bezeichnet: zum einen wird darunter Kirche als Gebäude (griech.: kyriake = dem Herrn gehöriges Haus) verstanden, andererseits aber auch die Gemeinschaft der Gläubigen. Im Folgenden soll es um das Gebäude gehen – Kirche als Versammlungsort der gläubigen Gemeinschaft. Der Kirchenraum als Versammlungsort schafft mit seinen Zeichen und Symbolen eine Atmosphäre, welche die innere Sammlung der Christen fördert, sie im Glauben bestärkt und für die Begegnung mit Gott zu öffnen vermag.

Kirchentür in Erkelenz

Die Kirche hat wie jedes Haus Wände, Dach, Fenster und Türen, Sitzgelegenheiten und einen „Tisch“. Der evangelische Kirchenraum erfüllt seinen Zweck, wenn er dazu verhilft, Gottes Wort gut zu hören und zu verstehen, die Andacht erleichtert, die Menschen zusammenführt und sie vor schlechtem Wetter schützt. Die evangelische Kirche ist in der Regel einfach ausgestattet, weil der Raum keinerlei Anspruch erhebt, göttliche Eigenschaften zu verkörpern. Gott ist unter uns Menschen allein durch sein Wort, in der Gemeinschaft des Glaubens und der Glaubenden und soll den Gottesdienst fördern und nicht hindern. (vgl. Uhl, S. 65) Die evangelische Kirche ist eher Synagoge als Tempel: Sie ist Bet- und Lehrhaus, nicht Wallfahrtsort und Opferstätte.

 

Die Glocken

Turmglocken sind seit dem 8. Jahrhundert verbreitet und wurden etwa seit dem 13. Jahrhundert hinsichtlich Größe und Klangqualität verbessert und in ihrer Anzahl vermehrt. Sie erklingen - vorwiegend zu kirchlichen Anlässen - als Einzel-, Teil- oder Vollgeläut. Neben dem Läuten vor dem Gottesdienstbeginn gibt es das Läuten beim Vaterunser, bei Bestattungen, bei Prozessionen und beim Jahreswechsel. Das Läuten am Morgen, am Mittag und am Abend soll die Gläubigen zum Gebet aufrufen. Es möchte darüber hinaus alle einladen, gerade an diesen besonderen Abschnitten des Tages innezuhalten und ihr Leben neu auszurichten.

Die Glocken tragen zur Festlichkeit des Gottesdienstes bei und laden Menschen zum Gebet ein.

Kirchenglocken - alt

Die gemeindeeigene und die beiden unter Denkmalschutz stehenden Patenglocken der Erkelenzer Kirche wurden am Sonntag Septuagesima, am 10. Februar 1952 in den Dienst gestellt.

 

Was wir in einer Kirche (und wo) finden

Wer eine Kirche betritt, muss sich erst einmal „orientieren“ – „ein-Norden“ sozusagen. Der Orient, der Osten, ist da wo die Sonne aufgeht. Dort ist in der Regel auch der Altar zu finden. Wenn ich das weiß, weiß ich auch wo ich bin.

Die Ausrichtung vieler Kirchen nach Osten geht auf die Gebetshaltung in der Antike zur aufgehenden Sonne hin zurück. Sie wurde von den Christen übernommen, weil sie Christus als die neue „Sonne“, die das wahre Leben spendet, verstanden und Jesus ist am Morgen des dritten Tages auferstanden.

Der Hauptkirchenraum wird in Gläubigen- und Altarraum unterteilt und spiegelt so den Aufbau der versammelten Gemeinde mit Haupt (Altarraum) und Gliedern (Gläubigenraum) wider. Der Altarraum ist durch Stufen erhöht oder durch besondere Gestaltung hervorgehoben. Dort finden sich Altar, in kleineren Kirchen auch Kanzel und auch Taufbecken. Auf den Altarraum sind der Gläubigenraum und alles andere hingeordnet. Bei aller Strukturierung bildet jeder Kirchenraum eine in sich geschlossene Einheit, die die Einheit der Gemeinde versinnbildlicht. Das große Osterfenster ist eine Besonderheit in Erkelenz. Dazu später mehr.

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Der Altarbereich

Der Altar

Altar - komplett

Das Wort leitet sich aus dem lateinischen „altare“ ab und beschreibt seine ursprüngliche Funktion: Es ist der Ort, an dem (Brand-)Opfer dargebracht wurden. In der christlichen Kirche ist dies nicht mehr nötig, da durch den Tod Jesu andere Opfer überflüssig sind. Der Altar ist der „Tisch des Herrn“ (1. Korinther 10,21). Brot und Wein stehen als Zeichen des Leibes und des Blutes des geopferten Christus auf dem „Opfertisch“ (rechte Seite) und werden beim Abendmahl verteilt.

Abendmahl-Brot  Abendmahl-Wein

Nehmet und esset alle davon. Nehmet und trinket alle davon. Abendmahl

Die ersten Christen benutzten zunächst bewegliche Tische aus Holz, um Brot und Wein für die Feier entsprechend dem letzten Abendmahl Jesu abzustellen. Vom 4. Jahrhundert an wurden dann zunehmend unbewegliche Tische aus Stein verwendet. Christus wird bereits im Neuen Testament unter anderem als Fels und Eckstein bezeichnet, deshalb sah man im Altar aus Stein ein deutliches Symbol für ihn.

Altar (aus Stein)

Was zu einem oder auf einen Altar noch gehört – und was die einzelnen Gegenstände bedeuten:

 

Blumen

= Schöpfung

Blumen im Kirchenraum, vor allem am Altar, sind wie Kerzen Ausdruck der Zuneigung und Verehrung. Sie sollen zur Festlichkeit beitragen und Zeichen sein für die Lebensfülle, die in Gott, dem Schöpfer der Welt, ihren Ursprung hat. In ihrer Schönheit dienen sie als Abbild der gegenwärtigen und zukünftigen Herrlichkeit Gottes.

Altar-Blumen

Kerzen

= das göttliche Licht

Kerzen sind ein altes Symbol für die sich verzehrende Hingabe Jesu Christi: Kerzen leuchten und wärmen, indem sie verbrennen! Er selbst sagte: „Ich bin das Licht der Welt.“ Kerzen schaffen eine festliche Atmosphäre. In der Regel stehen zwei Kerzen auf dem Altar, vier zeigen ein kleines kirchliches Fest an. Die Osterkerze steht neben dem Altar und leuchtet in der Osterzeit.

 

Bibel

= Wort Gottes

Die zentrale Bedeutung der Verkündigung des Wortes in der evangelischen Kirche wird dadurch symbolisiert, dass die Heilige Schrift ihren Platz in der Mitte des Altars hat und dort auch außerhalb des Gottesdienstes liegt.

Altar-Bibel

Kreuz

= die Geschichte Gottes

Das Kreuz ist das zentrale christliche Symbol. Trägt es die Abbildung des gekreuzigten Christus, wird es auch Kruzifix genannt. Es ist Bekenntniszeichen und Gegenstand der Andacht und Verehrung. Die herausgehobene Position des Altarkreuzes soll veranschaulichen, dass alles liturgische Geschehen im Kirchenraum unter diesem Zeichen des Heils geschieht.

Kreuz über der Kanzel

 

Osterkerze

Jahrhunderte lang wurde die Osterkerze nur mit Blumen und Blättern geschmückt. Aufgrund ihrer Größe stellt sie den neuen Baum des Lebens dar. Der alte Feind, der Tod, der am Baum gesiegt hat, wurde selbst am Baum besiegt. Die üblichen Symbole, Kreuz, Jahreszahl und „Alpha“ und „Omega“ (erster und letzter Buchstabe des griechischen Alphabetes), tauchen erst Ende des 9. Jahrhunderts auf. Osterkerzen werden, abweichend vom Brauch in der römisch-katho­lischen Kirche, in der evangelischen Kirche üblicherweise das ganze Kirchenjahr über im Gottesdienst angezündet.

Osterkerze - Ständer Osterkerze 2013

 

Taufbecken

Als Taufbecken (Tauftisch) wird der Taufbehälter bezeichnet, an dem die Taufe stattfindet. Es befindet sich meist in der Nähe des Altarraumes. Es ist aus Stein oder Metall (Bronze) angefertigt und in verschiedenen Formen (z.B. kelch-, kessel-, pokal- oder schalenförmig) anzutreffen. Gelegentlich ist das Taufbecken mit ornamentalem Schmuck und heilsgeschichtlichen Darstellungen versehen.

Das Taufwasser wird vor der heiligen Handlung in einer Taufkanne auf dem Altar abgestellt und bei der Taufe in das Becken gegeben. Das Wasser wird mit einem Kreuz bezeichnet, um den Versammelten die Heilsbedeutung der Taufe zu verdeutlichen. Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich überall dort statt, wo fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war.

Das Taufbecken nimmt im Kirchenraum einen besonderen Platz ein, an dem die Taufe, die in die Gemeinschaft der Gläubigen eingliedert, auch in deren Blickfeld geschehen kann. Das Taufbecken erinnert die Gläubigen an ihre eigene Taufe und deren Bedeutung.

Taufbecken & Schale

Anlässlich der Taufe seiner Tochter Claudia (1966) schuf Gemeindemitglied Paul Dormeyer den Tisch für die Taufschale in Erkelenz.

 

Kanzel

Die Kanzel als Ort der Predigt hat zunächst praktischen Erfordernissen Rechnung zu tragen, da der Prediger oder die Predigerin für die Gemeinde gut zu hören und zu sehen sein sollte.

Kanzel mit Mikrophon

Die aufwendigen Kanzelformen der Vergangenheit, auch der im Protestantismus bis ins 19. Jahrhundert hinein verbreitete Kanzelaltar, werden heute oft durch schlichte Lösungen ersetzt, die die Kanzel formal dem Lesepult nähern. Da akustische Probleme kaum noch eine Rolle spielen, kann dem Wunsch nach einer möglichst großen Nähe zwischen Prediger und Gemeinde dadurch sichtbarer Ausdruck verliehen werden. Lesepulte zum Auflegen der liturgischen Bücher und der Bibel sind weiterhin üblich.

 

Kanzeltücher – Antependien

Das Wort Antependium (Pl. Antependien) kommt von den lateinischen Worten ante „vor“ und pendere „hängen“ und meint damit die Vorhänge an der Kanzel. Die Bedeutung der Farben:

Weiß ist die Farbe des Lichtes, der Reinheit, Glanz, Freude und der Wahrheit. Sie versinnbildlicht Christus als das „Licht der Welt“. Das weiße Antependium findet an den so genannten „Herrenfesten“ bzw. „Christusfesten“, also an Weihnachten, Epiphanias (6. Januar), Gründonnerstag, Ostern und Trinitatis (erste Sonntag nach Pfingsten) Verwendung. (in Erkelenz: Ostersonne, siehe unten)

Die Farbe rot stellt das Feuer des Heiligen Geistes dar, der die Kirche bewegt, sie erinnert an das Blut der Glaubenszeugen und ist die Farbe der Liebe. Das rote Antependium wird an allen Sonn- und Festtagen aufgelegt, die die Kirche betreffen, also an Pfingsten, Reformationstag, (Kirchweihe), Konfirmation usw.

Violett als Mischfarbe von Blau (des Himmels) und Rot (Farbe des Heiligen Geistes, des Feuers und des Blutes) verbindet das Irdische und Kreatürliche (rot des Blutes) mit dem Himmlischen und Geistigen (blau). Sie ist die Farbe der Buße und Umkehr und wird in der Passions- und Adventszeit sowie an anderen Bußtagen (Buß- und Bettag) aufgelegt. In manchen Kirchengemeinden auch am Karfreitag.

Das schwarze Antependium wird als Trauerbehang nur an Karfreitag und am Totensonntag (Ewigkeitssonntag) aufgehängt. Wie schon violett ist schwarz die Farbe der Finsternis und des Todes –  das Symbol der Trauer und der Buße. Die schwarzen Antependien finden nur noch in wenigen Kirchengemeinden Verwendung. In Erkelenz gibt es keines.

Grün ist die Farbe der Erde und der Fruchtbarkeit. Das grüne Antependium hängt in der übrigen Zeit des Kirchenjahres, an denen keine andere liturgische Farbe vorgesehen ist. Also ganz besonders in der „ungeprägten“ Zeit ohne besondere Feste zwischen Trinitatis und der Adventszeit.

 

Seit 2002 ziert die Kanzel in Erkelenz ein neuer Satz von vier Kanzeltüchern abwechselnd im Laufe des Kirchenjahres.

Das violette (= Farbe der Buße) Kanzeltuch mit dem Labyrinth ist eine Spende der katholischen Schwestergemeinde St. Lambertus und dient in der Advent- und Passionszeit sowie am Buß- und Bettag als Dekoration.

Das weiße Kanzeltuch mit der Ostersonne, welche die Gitter des Todes durchbricht, ist während der Osterzeit zu sehen.

Zu Pfingsten und an besonderen Festtagen der Kirche hängt das rote Kanzeltuch mit dem Pfingstfeuer an der Kanzel.

Als Schmuck in der Epiphanias- und Trinitatiszeit der Kirche ist das grüne Kanzeltuch (grün = Farbe der aufgehenden Saat und des Wiedererwachens der Natur) bestimmt.

 

Antependium grün  Antependium rot

Antependium weiß/Sonne  Antependium lila

Das alte grüne Kanzeltuch mit dem Spruch „Einer trage des anderen Last” , das über Jahrzehnte die Kanzel schmückte, hat einen neuen Platz gefunden, und zwar im Foyer des Martin-Luther-Gemeindehauses.

Antependium alt

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Der Gläubigenraum

Bänke und Stühle

Kirchenbank mit Kissen   Kirchenstühle

Die Kirche hat wie jedes Haus Wände, Dach, Fenster und Türen, Sitzgelegenheiten und einen „Tisch“. So begann die Betrachtung des Kirchenraums. Für orthodoxe Kirchen trifft das nicht ganz zu. Dort gibt es, außer für Gebrechliche, keine Sitzgelegenheit. Die Gläubigen stehen während der ganzen, oft bis zu drei Stunden dauernden „Göttlichen Liturgie“ und sehen das als Opfer an.

Für „uns“ sind Sitzgelegenheiten der Normalfall. Bänke oder Stühle, oder Bänke und Stühle wie in Erkelenz ermöglichen das (bequeme) Miterleben des Gottesdienstes im Sitzen. Es gibt jedoch einige Situationen im Gottesdienst, in denen wir aufstehen: Beim Glaubensbekenntnis, den Fürbitten mit anschließendem Vaterunser sowie dem Schlusssegen. Eine weitere Ausnahme: Es zieht jemand in die Kirche ein (Presbyterium, Braut, …)  In anderen Gegenden kann das anders sein: So gibt es auch Kirchengemeinden, in denen bei allen Liedern aufgestanden wird (weil die Luft besser fließen kann) oder beim Vaterunser sitzen geblieben wird. Gekniet wird in der evangelischen Kirche nicht.

 

Klingelbeutel

Kollektenbeutel  Kollekten zählen

Zum „Inventar“ einer jeden Kirche gehören Behältnisse, um die Kollekte einzusammeln. Ob Teller oder Klingelbeutel – Gott segne Gaben und Geber, so heißt es im Gottesdienst. In Erkelenz gibt es „Klingelbeutel“: So kann jeder das geben, was er möchte und die Nebenleute (oder die einsammelnden Presbyter) können nicht sehen, wie viel jemand gibt.

 

Empore

Schwalbennest - links   Treppe zum Schwalbennest

Emporen sind erhöhte Raumteile, die oft an beiden Seiten des Mittelschiffes, um den Altarraum oder im rückwärtigen Bereich über dem Eingang errichtet wurden. Sie dienen heute hauptsächlich als Ort für Chor, Orgel und Gottesdienstteilnehmer. Die Erkelenzer „Schwalbennester“: In früheren Zeiten war in einem Schwalbennest einmal eine kleine Orgel; heute werden diese kaum benutzt. Unter ihnen sind Räume, die als „Abstellraum“ genutzt werden bzw. zieht sich dort der Pfarrer um. Zu manchen Gottesdiensten werden die Schwalbennester aber auch als „Ortswechsel“ für Geschichten benutzt.

 


Orgel

Orgel in Erkelenz   Spiegel - Blickkontakt zum Altar

Die Orgel mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, befindet sich meist im rückwärtigen Bereich der Kirche oder in der Nähe des Altarraumes, häufig auf einer Empore.

Orgelknöpfe

Sie erhielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, galt sie doch bis in das 11. Jahrhundert als profanes Instrument, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Im 13. Jahrhundert wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Die besinnliche und festliche Atmosphäre, die sie schafft, vermag die Herzen der Gläubigen zum gemeinsamen Lobpreis Gottes zu öffnen.

Die Orgel in Erkelenz befindet seit 1980 auf der hinteren Empore.

 

Gesangbuch & Liedtafel

Liederbücher   Klavier mit Hocker

Der evangelische Gottesdienst lebt vom Gesang, von alten und neuen Liedern, vom Gemeinde- und Chorgesang, von Orgel, Posaune und Flöte. Durch das Singen wird die Gemeinde besonders aktiv und beteiligt. Über Lieder lassen sich viele Inhalte auch besonders gut einprägen. Meistens begleitet die Orgel das Singen der Gesangbuchlieder im Gottesdienst. Aber auch Chöre, Posaunengruppen oder Pfarrer an der Gitarre können das Singen begleiten und ergänzen.

Anzeige der Lieder

Im Evangelischen Gesangbuch (EG) befinden sich viele Lieder aus vielen Jahrhunderten. Vorne im Eingangsbereich gibt es genügend davon, damit jeder mitsingen kann.

 

Weiteres

Natürlich sind weitere Dinge in der Kirche zu finden, selbst eine Toilette ist in Erkelenz vorhanden (und nicht die Regel!) Hier kann man also "schon im Kirchengebäude austreten“.

WC in Erkelenzer Kirche   Kirchenlicht vom Osterfenster

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Fensterbilder

In der Bilderfrage waren sich Christen nicht immer einig. Wie sollte es auch anders sein? Mahnt doch das alttestamentliche Bilderverbot gegen den Versuch, Gott verfügbar zu machen. Nun wagten es erst spät und auch nur einzelne Künstler, Gott bildlich darzustellen. Aber anfangs schieden sich die Geister vor allem an Darstellungen Jesu.

 

Osterfenster (Auferstehung)

Osterfenster in ErkelenzDas Bild ist in vier Abschnitte (Horizonte) eingeteilt und stellt im unteren Bereich die von Dunkelheit umfasste Erde dar, während im oberen Bereich das himm­lische Licht erleuchtet. Im untersten Hori­zont überwiegen großflächige dunkle Farbtöne (schwarz, blau, braun): Er deutet Golgatha an: drei rote Kreuze mahnen, der Grabhügel ist angedeutet. Der rechte Fuß der Figur, auf der Grenzfläche der beiden unteren Horizonte, tritt auf Erde, Gestirne und Halbmond: Christus, der den dunklen Mächten entkommen ist und der das Weltlich-Böse überwunden hat, strebt dem Himmel zu. Der hell leuchtende Körper erscheint wie ein in die Dunkelheit der unteren beiden Bildhorizonte einge­triebener Keil; die Beine erscheinen zwischen zwei rote Kreuze gezwängt, die sich infolgedessen zur Seite neigen. Das linke Bein ist angewinkelt und deutet die Aufwärtsbewegung an; damit korrespon­diert der nach oben gerichtete rechte Arm mit geöffneter Hand.

Diese Haltung verleiht der Figur einen tän­zerischen Ausdruck. (Und hieraus erwuchs seinerzeit ein Teil der Gemeinde­kritik!). Die damaligen Gemeindeglieder verbanden vielleicht Tanzen mit Ausgelassenheit, Un­ge­zügelt­heit, Unge­fesselt­heit und Ekstase. Dabei kenn­zeichnen diese Verhal­tens­weisen die Situa­tion jedoch meisterhaft: Christus ist vom Vater aus dem Bereich des Dunklen, Bösen und Weltlichen „heraus­gelassen” worden; er ist von den „Zügeln” dieser Mächte befreit worden. Christus warf die „Todesfesseln” ab und steigt siegreich zum Himmel empor. Die Hölle ist erlegt, Sünde, Satan und Tod, Angst, Jammer und Not sind besiegt. Der am Kreuz starb, er lebt.” Das Tänzerische ist also Ausdruck der Freude, des Sieges. Christus will diejenigen, die er vom Joch der alten Schlange erlöst hat, anstecken mit seiner Begeisterung: Freue dich, erlöste Christenheit!

 

Pfingstfenster (Triptychon)

Pfingstfenster in ErkelenzDer Maler und Grafiker E. O. Köpke hat auf den Fenstern der Süd-West-Seite der Evangelischen Kirche das Pfingstgeschehen dargestellt. Fast 50 Jahre nach der Gestaltung des Auferstehungsfensters legte der Künstler damit noch einmal schöpferisch Hand an in unserer Kirche. Auf den ersten Blick mag es dem einen oder anderen schwer fallen, die Thematik dieses Fensters zu erfassen. Gibt es doch nur wenig konkrete Formen zu sehen, ganz im Gegensatz zu seinem ersten Fenster an der Ostseite der Kirche.

Dabei hat sich die Idee, ein Heilig-Geist-Fenster zu schaffen dadurch ergeben, dass gegenüber von ihm ein „Schöpfungsfenster” entstehen sollte. Somit wäre das Heilig-Geist-Fenster die konsequente Fortführung des dargestellten biblischen Grundthemas Schöpfung, Auferstehung und Ausschüttung des Heiligen Geistes gewesen und hätte zusammen mit ihnen eine Einheit ergeben.

(Weitere Infos in: Evangelisch im Erkelenzer Land, s. Literaturverzeichnis)

 

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Geschichte der Erkelenzer Kirche

Infotafel an der Erkelenzer Kirche

 

Erbauung

1902 - 1904
Zerstörung im Krieg  23. Februar 1945
Neuaufbau 1950
Erweiterungsbau (erweitertes Querschiff und hintere Empore) 1958
Verklinkerung 1975
Neue Orgel 1980
Weitere Sanierungen 2001

 

Kirche in Erkelenz - Richtfest 1902       1. Kirche in Erkelenz - im Winter

Erbauung 1902 - 1904

 

Kirche (RP)

 

 

Kirche zerstört    

zerstört am Ende des 2. Weltkrieges

 

Kirche - Neubau 1950   Kirche mit erweitertem Querschiff

Neubau (1950) und Erweiterung des Seitenschiffs (1958)

 

Kirche 1975 - verklinkert    Kirche heute

Kirche verklinkert (1972) und aktuell

 

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Zwölf gute Gründe, in der Kirche zu sein

Wir nennen zwölf gute Gründe, in der Kirche zu sein:

  1. Im christlichen Glauben bewahrt die Kirche eine Wahrheit, die Menschen sich nicht selber sagen können. Daraus ergeben sich Maßstäbe für ein verantwortungsbewusstes Leben.
  2. In der Kirche wird die menschliche Sehnsucht nach Segen gehört und beantwortet.
  3. Die Kirche begleitet Menschen von der Geburt bis zum Tod. Das stärkt auf geheimnisvolle Weise.
  4. In der Kirche können Menschen an einer Hoffnung auf Gott teilhaben, die über den Tod hinausreicht.
  5. Die Kirche ist ein Ort der Ruhe und Besinnung. Unsere Gesellschaft ist gut beraten, wenn sie solche Orte pflegt.
  6. In der Kirche treten Menschen mit Gebeten und Gottesdiensten für andere ein. Sie tun das auch stellvertretend für die Gesellschaft.
  7. Die kirchlichen Sonn- und Feiertage mit ihren Themen, ihrer Musik und ihrer Atmosphäre prägen das Jahr. Die Kirche setzt sich dafür ein, diese Tage zu erhalten.
  8. In Seelsorge und Beratung der Kirche wird der ganze Mensch ernstgenommen und angenommen.
  9. In Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen der Kirche schaffen viele haupt- und ehrenamtlich Engagierte ein besonderes, menschliches Klima.
  10. Wer die Kirche unterstützt, übt Solidarität mit den Schwachen und Benachteiligten.
  11. Kirchliche Musik und Kunst sind bis heute prägende Kräfte unserer Kultur.
  12. Wo immer Menschen hinkommen oder hinziehen, treffen sie auch die weltweite christliche Gemeinschaft. Dazu kann jede und jeder beitragen

Quelle: Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche, Broschüre „12 Gründe in der Kirche zu sein“, Bestellung: Komm-Webshop

 

Schild - Gottesdienst hat begonnen

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Literatur

 

Bibel – Luther-Übersetzung, Stuttgart 1999

Broich, Hans Josef & Wild, Günter – Evangelisch im Erkelenzer Land, Erkelenz 2003

Butt, Christian – Evangelisch. Was ist das?, Stuttgart 2001

Scheibe, Ernst – Kreuz und quer durchs Kirchenschiff, Leipzig 1999

Uhl, Hans-Michael – Das ist evangelisch (10 Merkmale des protestantischen Lebens, Freiburg 2009

 

Internet: Evang. Kirche Erkelenz

Bilder: Michael Mommartz oder aus: Evangelisch im Erkelenzer Land, s.o.

 

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